Frankfurt Schluss: Dax tritt auf der Stelle - Ölpreise legen zu
Veröffentlicht am: 08.09.2026 um 18:07 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDer Leitindex Dax DE0008469008 verharrte größtenteils in der Verlustzone und trat letztlich bei 26.007,63 Punkten nahezu auf der Stelle. Händler berichteten von einem schleppenden Börsengeschehen bei geringen Handelsumsätzen.
Ein Barrel (159 Liter) Öl der Nordseesorte Brent hat sich der runden Marke von 100 US-Dollar angenähert. Auch der Preis für die US-Ölsorte WTI und der europäische Gaspreis legten zu. Händler begründeten den weiteren Anstieg unter anderem mit Angriffen der jemenitischen Huthi-Miliz auf Saudi-Arabien. Das größte Ölförderland in der Golfregion stoppte daraufhin die Produktion in einigen Anlagen nahe der Grenze zum Jemen.
Der anhaltende Konflikt im Nahen Osten halte die Inflationssorgen am Leben, schrieb Jürgen Molnar vom Handelshaus Robomarkets. Das dürfte dafür sorgen, dass höhere Zinsen für längere Zeit eingepreist werden. "Der Ölpreis bleibt damit das Fieberthermometer der Aktienmärkte", so der Marktexperte.
Der MDax DE0008467416 der mittelgroßen Unternehmen legte um 0,43 Prozent auf 32.544,30 Punkte zu. Hier halfen die Kursgewinne von Indexschwergewichten wie Porsche AG DE000PAG9113 oder DWS DE000DWS1007.
Bei den Einzelwerten sorgten Kommentare von Analysten für Bewegung: Fresenius-Aktien DE000FRE5EN2 setzten sich mit einem Kursplus von 3,2 Prozent an die Spitze des Dax. Die Großbank UBS hatte die Aktien des Medizin- und Krankenhauskonzerns weiterhin zum Kauf empfohlen. Analyst Graham Doyle hält die Sorgen um das US-Geschäft mit dem wichtigen Biosimilar Tyenne für völlig überzogen.
Papiere von Infineon DE0006231004 büßten nach einer Abstufung durch die US-Bank Morgan Stanley fast vier Prozent ein. Damit rutschen sie ans Dax-Ende. Bei dem Chip-Hersteller sehen die Experten zunächst kaum noch Auftrieb für die Markterwartungen, auch wenn die strukturelle Chance durch Chips für KI-Rechenzentren grundsätzlich reizvoll bleibe.
Eine Kaufempfehlung der US-Bank Citigroup für die Aktien von Kion DE000KGX8881 verhalf diesen zu einem Plus von 6,8 Prozent. Kion war damit größter Gewinner im MDax. Analyst Martin Wilkie ist bei dem Gabelstaplerhersteller optimistisch hinsichtlich Künstlicher Intelligenz in der Lagerautomatisierung.
Anteile der DWS DE000DWS1007 gewannen 2,8 Prozent, angetrieben von einem Kaufvotum der US-Bank Jefferies. Die deutsche Altersvorsorge-Reform bringe dem Fondsanbieter zusätzliches mittelfristiges Chancenpotenzial, schrieb Laura Gris Trillo. Neben der Rentenreform vergrößerten auch ETF-Sparpläne und das 500-Milliarden-Euro-Infrastrukturprogramm den inländischen Gebührenpool. Derweil tritt die Fondstochter der Deutschen Bank DE0005140008 künftig weltweit unter der neuen Dachmarke "Deutsche Asset Management" auf. Vorstandschef Stefan Hoops begründete den Schritt mit den internationalen Ambitionen des Unternehmens.
Unter den kleineren Titeln im SDax DE0009653386 fielen Hornbach Holding DE0006083405 mit einem Kurssprung von 6,5 Prozent auf. Der Baumarktkonzern hatte im zweiten Geschäftsquartal eine robuste Nachfrage verzeichnet.
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 schloss 0,14 Prozent höher bei 6.413,17 Punkten. Außerhalb der Eurozone ging es an der Züricher Börse CH0009980894 um 1,6 Prozent abwärts; dort belastete ein erneuter Kursrutsch bei den Aktien des Schwergewichtes Novartis CH0012005267 aus der Pharmabranche. Der Londoner FTSE 100 GB0001383545 gab leicht nach. In New York fiel der Dow Jones Industrial US2605661048 nach dem Feiertag am Montag um gut ein Prozent./la/nas
--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---
