Werden allen Parteien GesprÀchsangebote machen
Veröffentlicht am: 07.09.2026 um 11:27 Uhr | dpa, AD HOC NEWS(Aktualisierung: Weitere Zitate im vorletzten Absatz.)
BERLIN (dpa-AFX) - Die AfD will nach ihrem Wahlsieg in Sachsen-Anhalt regieren und dafĂŒr nach Partnern suchen. "Wir werden GesprĂ€chsangebote an alle Parteien senden. Da wird man sehen, wer uns die Hand wegschlĂ€gt", sagte Co-Parteichef Tino Chrupalla im ARD-"Morgenmagazin". Er appellierte dabei auch an die CDU: "Ich meine, die CDU muss sich ja selbst hinterfragen, was und welche Konsequenzen sie aus diesem desaströsen Wahlergebnis zieht." Es gehe darum, "stabil auch Sachsen-Anhalt weiterzuregieren, und diese Verantwortung haben auch Oppositionsparteien".
Man mĂŒsse die Brandmauer endlich beiseitelegen, sagte Chrupalla im Deutschlandfunk. "Parteienspielchen, die sollten wirklich der Vergangenheit angehören."
Wenn die anderen Parteien aus dem Wahlergebnis etwas lernen wollten, dann sei das doch, "dass man mit der Brandmauer so nicht weitermachen kann". Vor allem die CDU mĂŒsse sich in dieser Frage ehrlich machen. Chrupalla betonte, die AfD sei kompromissbereit. Mit der CDU gebe es Ăberschneidungen beispielsweise bei der Migrationspolitik. Allerdings wolle die AfD hier ein viel stringenteres Vorgehen.
Die CDU, die bisher mit Sven Schulze den MinisterprĂ€sidenten in dem Bundesland stellte, musste bei der Landtagswahl am Sonntag drastische Verluste hinnehmen und stĂŒrzte auf 17,2 Prozent ab. Die AfD mit Spitzenkandidat Ulrich Siegmund wurde mit 43,8 Prozent mit Abstand stĂ€rkste Partei, verfehlte aber eine absolute Mehrheit der Mandate im Landtag.
Siegmund soll zum MinisterprÀsidenten gewÀhlt werden
"Die GesprÀche werden die Woche anlaufen, das ist erstmal unser Ziel, und ich gehe davon aus, dass wir auch mit Ulrich Siegmund einen MinisterprÀsidenten haben, der auch im Sachsen-Anhaltiner Landtag gewÀhlt wird", sagte Chrupalla in der ARD. Entscheidend sei, dass es zu einem Politikwechsel in Sachsen-Anhalt komme.
Zu den möglichen Modellen fĂŒr eine Regierungsbildung gehöre auch eine Minderheitsregierung - ein Regieren mit wechselnden Mehrheiten. "Auch das ist ja denkbar", sagte Chrupalla im Deutschlandfunk. Ein solches Modell sei parlamentarisch und auch demokratisch "absolut sinnvoll" und "zukunftstrĂ€chtig", sagte er im WDR5-Interview. "Das wĂŒnschen sich auch die BĂŒrger, dass Parteien sich zusammenraufen und dass sie in Sachfragen zusammenarbeiten."
"Wieder gute Beziehungen zu Russland"
Chrupalla will ĂŒber Sachsen-Anhalt auch Themen auf Bundesebene vorantreiben - und das nicht nur innenpolitisch: "Wir wollen, dass wir wieder gute Beziehungen mit Russland haben." Die Sanktionspolitik mĂŒsse sich Ă€ndern, betonte er im "Morgenmagazin". "Das wird eine AfD vor allen Dingen dann im Bundesrat mit Druck auf die Bundesregierung lösen mĂŒssen." Russland fĂŒhrt seit mehr als vier Jahren einen Angriffskrieg gegen die Ukraine.
