WhatsApp Channels wird zur streng regulierten Plattform
27.01.2026 - 09:31:12Brüssel – Die EU-Kommission stuft WhatsApps „Channels“ als sehr große Online-Plattform ein. Damit unterliegt der öffentliche Broadcast-Dienst der schärfsten Kontrolle des Digital Services Act.
Die Entscheidung vom Montag ist ein Novum: Erstmals fällt damit ein traditioneller Messengerdienst unter das VLOP-Regime. Die neuen Pflichten gelten jedoch ausschließlich für die öffentliche „Channels“-Funktion, nicht für private Chats. Grund ist die Nutzerzahl: Mit durchschnittlich 51,7 Millionen monatlich aktiven Nutzern in der EU überschreitet Channels die Schwelle von 45 Millionen deutlich.
Gezielter Eingriff in hybride Plattform
Die Kommission betont, dass es sich bei Channels um einen öffentlichen Social-Media-Kanal handle – trotz des privaten Messenger-Kerns von WhatsApp. Die verschlüsselten Einzel- und Gruppenchats bleiben von der strengen Aufsicht ausgenommen. Die „One-to-Many“-Funktion von Channels hingegen benötige dieselbe Kontrolle wie Instagram, TikTok oder X.
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„Die schiere Reichweite birgt systemische Risiken“, so ein Kommissionssprecher. Besonders die schnelle Verbreitung von Informationen an große Nutzergruppen müsse bewertet und eingedämmt werden.
Vier Monate für umfassende Risikoanalyse
Meta hat nun bis Mitte Mai 2026 Zeit, Channels an die DSA-Vorgaben anzupassen. Das Unternehmen muss jährliche Risikobewertungen für vier Kernbereiche vorlegen:
- Illegale Inhalte: Meta muss Mechanismen entwickeln, um rechtswidriges Material in Channels schnell zu identifizieren und zu entfernen.
- Wahlmanipulation: Die Plattform muss analysieren, wie Channels demokratische Prozesse beeinflussen oder Desinformation verbreiten könnten.
- Jugendschutz: Es sind Maßnahmen erforderlich, um minderjährige Nutzer vor unangemessenen Inhalten zu schützen.
- Grundrechte: Die Inhaltsmoderation muss die Meinungsfreiheit und den Datenschutz wahren.
Zudem muss Meta mehr Transparenz über seine Algorithmen schaffen und detailliert über den Umgang mit Nutzerbeschwerden berichten.
Schließung einer regulatorischen Lücke
WhatsApp schließt sich einer Liste von über 25 VLOP-Plattformen an, darunter auch Schwesterdienste wie Facebook und Instagram. Die Entscheidung fällt in eine Phase verschärfter DSA-Durchsetzung. Erst im Dezember 2025 verhängte die Kommission eine Geldstrafe von 120 Millionen Euro gegen X wegen Nichteinhaltung der Vorgaben.
Experten sehen in der Entscheidung den Versuch, eine regulatorische Lücke zu schließen. Die Grenze zwischen sozialen Medien und Messengern verschwimmt zusehends. Indem die EU nur die öffentliche Channels-Funktion ins Visier nimmt, will sie Sicherheitsregulierung mit technischen Realitäten verschlüsselter Kommunikation in Einklang bringen.
Internationale Spannungen und strenge Strafen
Die Entscheidung stößt in den USA auf Kritik. Berichten zufolge wirft die Regierung von Präsident Donald Trump der EU vor, mit ihren Inhaltsmoderations-Regeln zu diskriminieren und Zensur zu betreiben. EU-Beamte halten dagegen: Der DSA gelte für alle Dienste im Binnenmarkt – unabhängig von ihrem Ursprungsland.
Für Meta geht es um viel: Bei Verstößen drohen Geldstrafen von bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. Bis Mai 2026 müssen europäische Nutzer mit sichtbaren Änderungen rechnen, etwa auffälligeren Meldefunktionen für schädliche Inhalte. Die Aufsicht führt die Kommission gemeinsam mit der irischen Medienbehörde Coimisiún na Meán durch, da Meta seinen europäischen Hauptsitz in Irland hat.
Die Tech-Branche beobachtet nun gespannt, wie Meta seinen erfolgreichen Broadcast-Dienst an die rigorosen Sicherheitsstandards anpasst – ohne die Nutzererfahrung zu beeinträchtigen, die Channels zu über 50 Millionen Nutzern in Europa verholfen hat.
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