WhatsApp, Hochsicherheitsmodus

WhatsApp führt digitalen Hochsicherheitsmodus ein

27.01.2026 - 23:15:12

Meta stattet WhatsApp mit einem strengen Sicherheitsmodus aus, der gezielt Risikogruppen vor hochentwickelter Spyware schützt. Die Funktion blockiert Medien und Anrufe von Unbekannten.

WhatsApp startet einen neuen „Strict Account Settings“-Modus für besonders gefährdete Nutzer. Die Funktion soll ein digitales Bollwerk gegen Spionagesoftware bieten.

In einer bedeutenden Sicherheitsinitiative hat Meta seinen Messenger-Dienst WhatsApp mit einem neuen Hochsicherheitsmodus ausgestattet. Das als „Strict Account Settings“ bezeichnete Feature richtet sich gezielt an Risikogruppen wie Journalisten, Aktivisten und Personen des öffentlichen Lebens. Es folgt damit einem Trend, den Apple und Google bereits eingeschlagen haben. Die Einführung unterstreicht den wachsenden Bedarf an erweitertem Schutz auf der weltweit meistgenutzten Messaging-Plattform – gerade vor dem Hintergrund anhaltender rechtlicher Auseinandersetzungen Metas mit Herstellern von Spionagesoftware wie der NSO Group.

Der neue Modus ist eine aggressive Sicherheitsschicht, die sich mit einem Fingertipp aktivieren lässt. Er befindet sich im Menü Einstellungen > Datenschutz > Erweitert. Nach der Aktivierung setzt das System eine Reihe strikter Beschränkungen durch, die bekannte Angriffsvektoren blockieren sollen.

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  • Blockade von Medien: Alle Anhänge wie Fotos oder Videos von Personen, die nicht im Kontaktbuch stehen, werden automatisch geblockt.
  • Stummschaltung von Anrufen: Anrufe von unbekannten Nummern werden unterdrückt, um potenzielle sprachbasierte Hacking‑Versuche zu verhindern.
  • Deaktivierte Linkvorschauen: Die Miniaturbilder, die normalerweise bei geteilten Links erscheinen, werden nicht mehr generiert. Dies soll Exploits in diesen Vorschauen vereiteln.
  • Maximierte Profil‑Privatsphäre: Profilbild, „Zuletzt online“-Status, Online‑Indikator und die Info‑Übersicht werden automatisch nur für Kontakte sichtbar.
  • Kontrollierte Gruppeneinladungen: Einladungen zu Gruppen sind ebenfalls auf Kontakte beschränkt.
  • Zwei‑Faktor‑Authentifizierung: Die Aktivierung der Zwei‑Schritt‑Verifizierung wird zwingend vorgeschrieben.

Der Nutzen hat seinen Preis: Für den gehärteten Sicherheitszustand müssen Nutzer auf einen Teil der App‑Funktionalität verzichten.

Ein Trend setzt sich durch

WhatsApp folgt mit seiner Entwicklung einem branchenweiten Trend. Apple legte 2022 mit seinem „Lockdown Mode“ den Grundstein, Google zog mit einem „Advanced Protection Mode“ für Android nach. Das Prinzip ist stets dasselbe: Durch eine kontrolliertere und funktionsreduzierte Umgebung sollen Schwachstellen minimiert werden, die von mächtigen Überwachungswerkzeugen ausgenutzt werden könnten.

Cybersicherheitsexperten begrüßen den Schritt. „Eine ausgezeichnete Ergänzung zu den bestehenden Schutzmaßnahmen anderer Unternehmen“, urteilt Natalia Krapiva, Tech‑Juristin bei der Digitalrechte‑Organisation Access Now. John Scott‑Railton von der University of Toronto’s Citizen Lab, der sich auf die Abwehr von Hacking‑Angriffen auf die Zivilgesellschaft spezialisiert hat, spricht von einer „sehr willkommenen Entwicklung“. Die Experten betonen: Während die Ende‑zu‑Ende‑Verschlüsselung den Nachrichteninhalt schützt, zielen Angreifer oft auf die Funktionalität rund um den Chat, um Geräte zu kompromittieren.

Technische Nachrüstung und Ausblick

Neben der nutzerseitigen Kontrolle rüstet Meta auch die Infrastruktur von WhatsApp nach. Das Unternehmen kündigte an, die Programmiersprache Rust verstärkt in seinen Medien‑Sharing‑Funktionen einzusetzen. Dieser technische Wechsel soll Speichersicherheitslücken vorbeugen, die häufig von Spionagesoftware ausgenutzt werden.

Die Einführung des strengen Modus ist ein robustes Signal in der Debatte um Plattformsicherheit. Er ist gezielt darauf ausgelegt, Bedrohungen durch hochentwickelte Spyware wie Pegasus zu kontern. Der Rollout für alle Android‑ und iOS‑Nutzer soll in den kommenden Wochen abgeschlossen sein. Für den Durchschnittsnutzer ist diese extreme Schutzstufe laut Meta nicht nötig. Dass sie jedoch allen zur Verfügung steht, markiert eine deutliche Aufwertung des Sicherheitswerkzeugkastens der Plattform – und gibt den Nutzern die Kontrolle über ihre digitale Verteidigung zurück.

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