WhatsApp, Sicherheitsmodus

WhatsApp führt neuen Sicherheitsmodus für bedrohte Nutzer ein

28.01.2026 - 04:15:12

WhatsApp startet einen strengen Sicherheitsmodus für Risikogruppen und modernisiert seine technische Basis. Die Funktion bündelt Schutzmaßnahmen gegen gezielte Cyberangriffe.

WhatsApp startet einen neuen Sicherheitsmodus für Nutzer mit erhöhtem Risiko. Der Dienst reagiert damit auf zunehmend ausgefeilte Cyberangriffe.

Die Funktion namens „Strenge Kontoeinstellungen“ bündelt mehrere der restriktivsten Datenschutzoptionen des Messengers in einem einzigen Schalter. Sie richtet sich gezielt an Personen mit erhöhtem digitalen Risikoprofil – etwa Journalisten, Aktivisten oder öffentliche Figuren. Die schrittweise Einführung für alle Nutzer weltweit hat bereits begonnen.

Ein Klick für mehrschichtigen Schutz

Die Kernidee ist einfach: Ein Umschalter aktiviert sofort mehrere bestehende Sicherheitsbarrieren gleichzeitig. Der Account wird automatisch in den strengsten Modus versetzt.

Konkret blockiert das System automatisch Mediendateien, Anhänge und Linkvorschauen von Absendern, die nicht im Adressbuch gespeichert sind. Diese Elemente gelten als häufige Einfallstore für Spyware und ausgeklügelte Cyberangriffe. Zudem werden alle Anrufe von unbekannten Nummern stummgeschaltet – ein wirksames Mittel gegen Spam und Phishing-Versuche.

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Die Sichtbarkeit persönlicher Informationen wird drastisch eingeschränkt. „Zuletzt online“, Profilbild und Infotext sind nur noch für Kontakte sichtbar. Auch Gruppeneinladungen können nur noch von gespeicherten Kontakten verschickt werden. Zusätzlich aktiviert die Funktion automatisch die Zwei-Faktor-Authentifizierung.

Antwort auf wachsende Bedrohungslage

Die Einführung erfolgt in einer Zeit, in der Messenger-Dienste unter Druck stehen, ihre Nutzer besser vor digitalen Gefahren zu schützen. Die Funktion soll seltene, aber hochkomplexe Angriffe abwehren, die gezielt Einzelpersonen ins Visier nehmen.

WhatsApp reiht sich damit in eine branchenweite Bewegung ein. Apple brachte bereits 2022 einen „Lockdown-Modus“ heraus, und Googles Android bietet einen „Erweiterten Schutzmodus“. Die Tech-Konzerne reagieren auf eine Bedrohungslandschaft, die immer komplexer wird.

Die Ankündigung fällt zeitlich mit einer Klage gegen Meta wegen der Verschlüsselungspraktiken von WhatsApp zusammen. Das Unternehmen betont jedoch, der Start der Sicherheitsfunktion stehe in keinem Zusammenhang mit dem Verfahren, das es als haltlos bezeichnet.

Technische Aufrüstung im Hintergrund

Parallel zur nutzerorientierten Funktion modernisiert Meta die technischen Grundlagen. Teile der Plattform, insbesondere die Medien-Sharing-Funktionalitäten, werden auf die Programmiersprache Rust umgestellt.

Diese Sprache ist für ihre Speichersicherheit bekannt und kann häufige Sicherheitslücken verhindern. Meta spricht vom größten globalen Rollout einer Rust-Bibliothek überhaupt. Durch härtere Speicherzuweisungen und sicherere Programmierschnittstellen will WhatsApp seine Architektur gegen Angriffe absichern, die Speicherschwachstellen ausnutzen.

Abwägung zwischen Sicherheit und Komfort

Die weltweite Einführung soll in den kommenden Wochen abgeschlossen sein. Nutzer benötigen die neueste App-Version, um die Option unter Einstellungen > Datenschutz > Erweitert zu finden.

Der erhöhte Schutz hat jedoch seinen Preis an Komfort. Das Blockieren von Medien unbekannter Absender kann den Empfang legitimer Dokumente verzögern. Strengere Gruppeneinstellungen könnten die Teilnahme an Community-Chats erschweren.

Für die Zielgruppe der Hochrisiko-Nutzer sind diese Einschränkungen ein akzeptabler Trade-off. Die Funktion setzt einen neuen Maßstab im Bereich sicherer Messaging-Dienste. Bleibt abzuwarten, ob und wie die Konkurrenz nachzieht. In einer Zeit wachsender digitaler Bedrohungen werden benutzerfreundliche Hochsicherheitsmodi wie dieser immer mehr zur Pflicht.

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