WDH: StÀdtetag schockiert: Pflegereform belastet Kommunen massiv
05.06.2026 - 11:57:36 | dpa.de(Wiederholung: Hintergrund im 3. Absatz angepasst)
LEIPZIG (dpa-AFX) - Die PlĂ€ne fĂŒr die Pflegereform hat der PrĂ€sident des Deutschen StĂ€dtetages scharf kritisiert. "Seit einem Jahr reden wir ĂŒber Entlastungen fĂŒr die Kommunen und die PlĂ€ne fĂŒr die Pflege sehen jetzt eine zusĂ€tzliche Belastung in Höhe von einer Milliarde Euro pro Jahr vor. Ich bin erschĂŒttert und wĂŒtend", sagte Leipzigs OberbĂŒrgermeister Burkhard Jung (SPD) der Deutschen Presse-Agentur. Die Finanzierung der Pflege mĂŒsse mit Steuermitteln des Bundes unterstĂŒtzt werden.
Die PflegeplĂ€tze sind seinen Angaben zufolge bereits jetzt so teuer, dass sie zum GroĂteil von der Sozialhilfe ĂŒber die Kommunen finanziert werden mĂŒssen. Im Schnitt kostet laut Jung ein Pflegeplatz bundesweit knapp 3.400 Euro, der derzeit nahezu komplett von den Kommunen getragen werden mĂŒsse, wenn der finanzielle Eigenanteil Anteil der Betroffenen nicht ausreiche. "Ăltere Menschen dem Sozialamt zu ĂŒberlassen, ist respektlos", betonte Jung. Alleine in Leipzig hĂ€tten sich die BeitrĂ€ge innerhalb von fĂŒnf Jahren von 25 auf 50 Millionen Euro verdoppelt.
Warken hat einen Entwurf mit Ausgabenbremsen und zusĂ€tzlichen Einnahmen vorgelegt, um Milliarden-LĂŒcken zu decken und allgemeine Beitragserhöhungen zu vermeiden. FĂŒr Heimbewohner sollen bei EntlastungszuschlĂ€gen, die mit der Aufenthaltsdauer steigen, zeitliche Verschiebungen greifen. Der Pflegebeitrag fĂŒr Kinderlose soll auf 4,3 Prozent steigen. Bei der kostenlosen Mitversicherung von Ehepartnern sollen EinschrĂ€nkungen kommen. Voraussetzungen fĂŒr die Einstufung in einen Pflegegrad sollen tendenziell angehoben werden. Geplant sind auch KĂŒrzungen bei Rentenbeitragszahlungen fĂŒr pflegende Angehörige.
