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Export in die USA bricht ein - Neue Sorgen wegen Grönland

20.01.2026 - 12:39:07

WIESBADEN - Wegen des Zollstreits mit US-PrÀsident Donald Trump sind die deutschen Exporte in die USA 2025 um fast zehn Prozent eingebrochen.

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WIESBADEN (dpa-AFX) - Wegen des Zollstreits mit US-PrĂ€sident Donald Trump sind die deutschen Exporte in die USA 2025 um fast zehn Prozent eingebrochen. Vor allem die Autobranche leidet unter dem Handelsstreit, der mit neuen Zolldrohungen Trumps im Grönland-Konflikt zu eskalieren droht. Ökonomen erwarten weitere RĂŒckschlĂ€ge fĂŒr die deutschen Exporteure. Das gelte selbst dann, wenn es gelinge, den Streit um die Arktisinsel beizulegen, um den auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos gerungen wird.

Der RĂŒckgang der Exporte in die USA dĂŒrfte nicht der letzte gewesen sein, meint Sebastian Dullien, wissenschaftlicher Direktor des Instituts fĂŒr Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung. "Der US-Markt dĂŒrfte auf absehbare Zeit fĂŒr deutsche Exporteure kein Wachstumsmarkt mehr sein, sondern ist zum RisikogeschĂ€ft mutiert."

Die Hoffnung, dass mit dem Zolldeal zwischen USA und EU von Sommer 2025 eine gewisse Stabilisierung im transatlantischen Handel eintreten wĂŒrde, habe sich spĂ€testens mit Trumps neuen Drohungen im Grönland-Streit zerschlagen. "SpĂ€testens jetzt ist klar: Die USA sind bis auf weiteres kein verlĂ€sslicher Handelspartner und Absatzmarkt mehr."

Niedrigster ExportĂŒberschuss mit USA seit Corona

Im vergangenen Jahr mussten deutsche Unternehmen in ihrem wichtigsten Exportland heftige RĂŒckgĂ€nge einstecken. Von Januar bis November gingen Waren im Wert von rund 135,8 Milliarden Euro in die USA, knapp ein Zehntel (9,4 Prozent) weniger als im Vorjahreszeitraum, wie neue Daten des Statistischen Bundesamts zeigen. Die Importe aus den USA nach Deutschland stiegen dagegen um 2,2 Prozent auf 86,9 Milliarden Euro.

Unterm Strich schrumpfte so der ExportĂŒberschuss Deutschlands mit den USA in den ersten elf Monaten 2025 auf 48,9 Milliarden Euro. "Dies ist der niedrigste Wert fĂŒr diesen Zeitraum seit dem Pandemiejahr 2021", erklĂ€rten die Statistiker. Im Vorjahreszeitraum 2024 hatte es noch einen Rekord-Überschuss von 64,8 Milliarden Euro gegeben. Trotzdem blieben die USA das Land, mit dem Deutschland den weltweit höchsten HandelsbilanzĂŒberschuss erzielte.

Hohe Einbußen fĂŒr Autobauer

Besonders große Einbußen im US-GeschĂ€ft musste die deutsche Autoindustrie verkraften. Der Wert der exportierten Autos und Autoteile brach von Januar bis November 2025 um 17,5 Prozent zum Vorjahreszeitraum ein auf 26,9 Milliarden Euro. Auch der Export von Maschinen in die USA ging zurĂŒck - um 9 Prozent auf gut 24 Milliarden Euro. Die Ausfuhren von Pharmazeutika wuchsen dagegen leicht auf rund 26 Milliarden Euro.

IMK-Ökonom Dullien erwartet, dass die Exporte in die USA weiter schwĂ€cheln - selbst, wenn die Zölle im Grönland-Streit abgewendet werden. Unternehmen könnten nicht mehr sicher wissen, welche ZollsĂ€tze und Bedingungen fĂŒr die Exporte kommende Woche gelten.

Mit Grönland-Konflikt droht Eskalation

Erst am Samstag hatte Trump unter Verweis auf den Grönland-Konflikt zusĂ€tzliche Zölle ab Februar gegen Deutschland und sieben weitere europĂ€ische Staaten angekĂŒndigt. Die gestaffelten Zölle von 10 Prozent ab 1. Februar und 25 Prozent ab 1. Juni sollen so lange gelten, bis eine Einigung ĂŒber den "vollstĂ€ndigen und umfassenden Kauf Grönlands" erzielt sei, so Trump.

Nun droht eine Eskalation im Handelsstreit: Die EU erwĂ€gt, ausgesetzte Zölle auf US-Waren im Wert von 93 Milliarden Euro in Kraft zu setzen. BrĂŒssel könnte zudem weitreichende Strafmaßnahmen verhĂ€ngen - die "Handels-Bazooka" gegen wirtschaftliche Nötigung. Das Zollabkommen mit Washington liegt bereits auf Eis.

Handelspolitisch ist die EU eine Macht: Die 27 Mitgliedstaaten exportierten von Januar bis November 2025 Waren im Wert von rund 516 Milliarden Euro in die USA, die Importe lagen bei fast 326 Milliarden Euro.

Mit Trumps Zöllen schaden sich die USA selbst, zeigt eine Studie des Kiel Instituts fĂŒr Weltwirtschaft. Demnach tragen auslĂ€ndische Exporteure nur vier Prozent der Zolllast, wĂ€hrend 96 Prozent auf US-KĂ€ufer abgewĂ€lzt werden.

China wird wichtigster deutscher Handelspartner

Der Handelsstreit verschiebt bereits den Welthandel. Da die deutschen Exporte in die USA schrumpften, ist China zum wichtigsten deutschen Handelspartner aufgestiegen. Von Januar bis November 2025 lag die Summe der Importe und Exporte im Handel mit der Volksrepublik bei rund 231 Milliarden Euro. Die USA kamen auf 222,8 Milliarden.

Dirk Jandura, PrĂ€sident des Exportverbands BGA, kritisierte: "Trump sĂ€gt am Ast, auf dem er sitzt". Weitere Strafzölle wĂŒrden beide Seiten treffen. "Die Folge ist, dass sich unsere HĂ€ndler von den USA abwenden und nach alternativen AbsatzmĂ€rkten suchen. Die USA bleiben ein fĂŒr uns sehr wichtiger Markt, aber nichts ist fĂŒr die Ewigkeit."

@ dpa.de