Ifo, ZugverspÀtungen

Ifo: Mit 9-Euro-Ticket gab es deutlich mehr ZugverspÀtungen

02.09.2024 - 10:29:05

Wirtschaftsforscher bewerten das 9-Euro-Ticket und das Deutschlandticket skeptisch.

Nach einer Studie des Ifo-Instituts mit den UniversitĂ€ten Erlangen-NĂŒrnberg und Salzburg hat das 9-Euro-Ticket, das von Juni bis August 2022 befristet galt, den Autoverkehr um 4 bis 5 Prozent verringert. "Weil die ZĂŒge stĂ€rker ausgelastet waren, verspĂ€teten sich ZĂŒge aber um 30 Prozent hĂ€ufiger."

Das habe vor allem den Regionalverkehr getroffen, indirekt jedoch auch FernzĂŒge. Durch das 9-Euro-Ticket seien tĂ€glich fast 430.000 Menschen mehr mit dem Zug gefahren als zuvor. Vor allem an Wochenenden sei die Bahn mehr genutzt worden. "Hingegen war bei den klassischen Pendelzeiten unter der Woche der RĂŒckgang der Autofahrten gering", sagt der NĂŒrnberger Professor Mario Liebensteiner. Seine Kollegin Sarah Necker meint: "Das 9-Euro-Ticket kostete den Bund 2,5 Milliarden Euro und reduzierte den Autoverkehr nur wenig. Damit war es eine teure und ineffiziente Klimaschutzmaßnahme."

Das Deutschlandticket dĂŒrfte abgeschwĂ€cht einen Ă€hnlichen Effekt haben wie das 9-Euro-Ticket, schreiben die Forscher. Es komme jenen zugute, die schon vorher regelmĂ€ĂŸig den öffentlichen Nahverkehr genutzt haben und nun weniger dafĂŒr zahlen mĂŒssen.

@ dpa.de