Wohnungsbau-Krise 2026: Tiefpunkt erreicht, Trendwende in Sicht?
29.01.2026 - 01:42:12Die Zahl neuer Wohnungen in Deutschland stürzt 2026 auf ein historisches Tief. Führende Wirtschaftsinstitute prognostizieren weniger als 220.000 Fertigstellungen – weit entfernt vom politischen Ziel von 400.000. Doch gleichzeitig melden andere Daten einen überraschenden Hoffnungsschimmer: Das reale Bauvolumen könnte erstmals seit Jahren wieder wachsen. Steht die Branche an einer Wende?
Die Experten sind sich einig: Der Einbruch bei den Baugenehmigungen der Vorjahre schlägt jetzt voll durch. Das ifo-Institut rechnet für 2026 mit nur 185.000 fertiggestellten Wohneinheiten. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) ist mit 215.000 Einheiten nur geringfügig optimistischer.
Der Hauptgrund ist die lange Bauzeit. Im Geschosswohnungsbau vergehen im Schnitt 34 Monate von der Genehmigung bis zur Schlüsselübergabe. Der massive Rückgang bei den Genehmigungen 2023 und 2024 ist daher kaum noch aufzuhalten. Für 2027 erwarten beide Institute nur eine minimale Erholung.
Viele Vermieter stehen angesichts sinkender Neubauzahlen und steigender Nachfrage unter Druck – und riskieren formale Fehler bei Mieterhöhungen. Der kostenlose Mietspiegel-Report 2025 liefert Vergleichsmieten, rechtssichere Begründungen und konkrete Formulierungen, mit denen Sie Mieterhöhungen solide und gerichtsfest vorbereiten. Praxisnah, lokal aufbereitet und ideal für private sowie professionelle Vermieter. Gratis Mietspiegel-Report jetzt herunterladen
DIW und Bauindustrie sehen Licht am Ende des Tunnels
Mitten in den Negativmeldungen kommt überraschend positive Konjunkturforschung. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) prognostiziert für 2026 ein reales Wachstum des gesamten Bauvolumens um 1,7 Prozent. Für den Wohnungsbau selbst soll das Volumen sogar um 2,4 Prozent steigen.
Diese Einschätzung teilt die Branche. Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) erwartet ein Produktionsplus von 2,5 Prozent. Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) meldete bereits Ende 2025 erste Signale der Zuversicht.
Doch Experten warnen: Ein steigendes Bauvolumen bedeutet nicht sofort mehr fertige Wohnungen. Die positive Entwicklung kommt mit erheblicher Verzögerung auf dem Markt an.
Hohe Kosten und Bürokratie blockieren den Neubau
Was bremst den Wohnungsbau aus? Die Gründe sind ein toxischer Mix:
- Explodierte Finanzierungskosten durch die Zinswende
- Weiterhin hohe Baukosten für Material und Personal
- Überbordende Bürokratie und langwierige Genehmigungsverfahren
Diese Hürden machen viele Projekte für private Bauherren und Investoren unwirtschaftlich. Obwohl sich Zinsen und Baupreise zuletzt stabilisierten, bleibt die Finanzierung ein großes Problem.
Soziale Folgen: 1,4 Millionen Wohnungen fehlen
Die Konsequenzen sind dramatisch. Laut dem „Sozialen Wohn-Monitor 2026“ fehlen bundesweit rund 1,4 Millionen bezahlbare Wohnungen. Besonders betroffen sind Geringverdiener, junge Menschen und Senioren.
Der Bestand an Sozialwohnungen ist auf nur noch etwa eine Million gesunken. Gleichzeitig wäre fast die Hälfte aller Mieterhaushalte anspruchsberechtigt. Verbände wie der Deutsche Mieterbund warnen vor der Verdrängung ganzer Bevölkerungsgruppen aus den Ballungszentren.
Ein Jahr des Übergangs mit zweigeteilter Botschaft
2026 offenbart eine zweigeteilte Entwicklung: Während die Fertigstellungszahlen unausweichlich einbrechen, könnte die Bautätigkeit selbst langsam wieder anlaufen. Die Talsohle der Baukonjunktur scheint durchschritten.
Doch für die akut Wohnungssuchenden bringt das keine kurzfristige Entlastung. Die Lücke zwischen Bedarf und Angebot wird weiter wachsen. Die Politik steht in der Pflicht, mit vereinfachten Regelungen wie dem geplanten „Gebäudetyp E“ und weniger Bürokratie die Rahmenbedingungen zu verbessern. Ob die zarte Erholung Fahrt aufnimmt, hängt auch von stabilen Zinsen und Materialkosten ab.
PS: In einem Markt, in dem rund 1,4 Millionen bezahlbare Wohnungen fehlen, entscheidet die richtige Argumentation bei Mieterhöhungen oft über Erfolg oder Widerspruch. Der kostenlose Mietspiegel-Report 2025 bietet Ihnen die Vergleichsmieten Ihrer Stadt, geprüfte Begründungshilfen und Musterformulierungen, mit denen Sie Mieterhöhungen rechtssicher durchsetzen. Jetzt kostenlosen Mietspiegel-Report anfordern


