Ergebnisse, Produktion/Absatz

VW trotz schwachen Jahresbeginns zuversichtlich - Mehr Bestellungen

30.04.2024 - 14:03:49

WOLFSBURG - Der Volkswagen DE0007664039-Konzern rechnet nach einem verhaltenen Jahresauftakt in den kommenden Monaten mit einer Belebung des GeschÀfts.

(neu: Kurs aktualisiert, weitere Aussagen und Details.)

WOLFSBURG (dpa-AFX) - Der Volkswagen DE0007664039-Konzern rechnet nach einem verhaltenen Jahresauftakt in den kommenden Monaten mit einer Belebung des GeschĂ€fts. "Wir erwarten bereits im zweiten Quartal eine deutliche Verbesserung", sagte Finanzvorstand Arno Antlitz am Dienstag bei der Vorlage der Bilanz fĂŒr die ersten drei Monate. "Ein starker MĂ€rz, die solide Auftragslage und der sich verbessernde Auftragseingang der letzten Monate sind ermutigend." Trotz des schleppenden Starts zeigte er sich daher zuversichtlich, selbst gesteckten Ziele im Gesamtjahr zu erreichen und bei Absatz, Umsatz und Gewinn zuzulegen. Die VW-Aktie gab allerdings merklich nach.

Das Papier verlor am Nachmittag in einem schwachen Branchenumfeld 2,3 Prozent auf 118 Euro. Ausgehend von den Tiefs im Herbst bei teils unter 100 Euro hatte sich der Kurs in den vergangenen Monaten erholt. Seit Februar pendelt er im Wesentlichen um die 120 Euro.

Der Jahresstart sei weitgehend wie erwartet schleppend ausgefallen, doch die Entwicklung beim Finanzmittelfluss sei so schwach nicht vorhergesehen worden, schrieb Analyst Philippe Houchois von der Investmentbank Jefferies. JPMorgan-Experte Jose Asumendi sprach von einem "stabilen Start" ins Jahr. Der Abfluss von Finanzmitteln im ersten Quartal sei dem Lageraufbau fĂŒr die kommende Produktoffensive geschuldet.

In den Monaten Januar bis MĂ€rz hatte Europas grĂ¶ĂŸter Autobauer vor allem unter dem schwachen NeugeschĂ€ft zu leiden. Der Umsatz schrumpfte um ein Prozent auf knapp 75,5 Milliarden Euro, der operative Gewinn sogar um ein FĂŒnftel auf 4,59 Milliarden Euro. Die entsprechende operative Marge sackte um 1,4 Prozentpunkte auf 6,1 Prozent ab und lag damit wie vom Management bereits avisiert unter den Zielsetzungen fĂŒr das Gesamtjahr. Analysten hatten im Schnitt mit etwas weniger Einbußen gerechnet. Unterm Strich verdiente der Konzern in den drei Monaten noch 3,7 Milliarden Euro, eine Milliarde weniger als ein Jahr zuvor.

VW fĂŒhrte das schwĂ€chere operative Ergebnis auf das gesunkene Absatzvolumen, einen ungĂŒnstigeren Verkaufsmix bei Marken und Modellen sowie auf höhere Fixkosten zurĂŒck. Die MarkteinfĂŒhrung neuer Modelle bei der Renditeperle Porsche sowie LieferengpĂ€sse bei Audi belasteten die Konzernzahlen. Die Gruppe mit den Massenmarken VW Pkw, Seat/Cupra, Skoda und VWN (leichte VW Nutzfahrzeuge) verdiente hingegen mehr als ein Jahr zuvor.

Zwar hatte der Konzern bereits Mitte des Monats bei den Auslieferungen an Endkunden ein Plus von gut drei Prozent gemeldet. Der fĂŒr den Umsatz entscheidende Absatz ging hingegen um zwei Prozent auf 2,08 Millionen Autos zurĂŒck. WĂ€hrend HĂ€ndler mehr Autos in KundenhĂ€nde ĂŒbergaben als ein Jahr zuvor, verkaufte der Konzern weniger Fahrzeuge an ebendiese HĂ€ndler, was die Erlöse schmĂ€lerte.

NeugeschÀft zieht langsam wieder an

Vor allem das schwache NeugeschĂ€ft machte dem Konzern zu schaffen, insbesondere bei den Elektroautos. Nach dem Wegfall der staatlichen KaufprĂ€mie Ende 2023 war die Nachfrage hier förmlich eingebrochen. Inzwischen springe das GeschĂ€ft mit den fĂŒr VW DE0007664039 wichtigen Stromern wieder an, sagte Antlitz. "Wir hatten einen schwachen Januar, aber Februar und MĂ€rz waren stark." Im Vergleich zum Vorjahr habe sich die Zahl der neu bestellten E-Fahrzeuge in den beiden Monaten mehr als verdoppelt.

Auch insgesamt habe der Auftragseingang im MĂ€rz angezogen, so Antlitz. In den kommenden Monaten rechne er dank zahlreicher neuer Modelle wie dem Golf-Facelift und dem neuen Passat mit weiter steigenden Bestellzahlen, vor allem bei den E-Autos. Hinzu komme das nach wie vor gut gefĂŒllte Bestellbuch. Allein in Europa liege der Auftragsbestand bei 1,1 Millionen Fahrzeugen, davon 160 000 E-Autos.

Die E-Autos braucht VW vor allem, um die Vorgaben der EU fĂŒr den CO2-Ausstoß der Flotte zu erreichen. Antlitz zeigte sich zuversichtlich, dass dies in diesem Jahr gelingen werde. Und auch im kommenden Jahr, wenn die EU die Vorgaben verschĂ€rft, wolle man es schaffen. "2025 wird herausfordernder", rĂ€umte Antlitz ein. "Doch aus heutiger Sicht schaffen wir auch das."

Audi als neues Sorgenkind

Zur Belastung wurde im ersten Quartal insbesondere die Tochter Audi, die neben Porsche bisher als stabiler Ertragsbringer im Konzern galt. Weil es nicht genug V6- und V8-Motoren fĂŒr die renditestarken Top-Modelle gab, brachen Absatz und Gewinn ein. Bei der Umsatzrendite landete Audi mit nur noch 3,4 Prozent sogar hinter der traditionell schwachen Kernmarke VW, die auf 3,7 Prozent kam.

Den Motoren-Engpass wolle man nun zĂŒgig beheben, kĂŒndigte Antlitz an. Audi sei dabei, die KapazitĂ€t fĂŒr die großen Motoren zu erhöhen und neue Zulieferer ins Boot zu holen. Bereits in den nĂ€chsten Monaten werde man hier eine Verbesserung der Versorgung sehen. "Audi wird zu alter StĂ€rke zurĂŒckkehren", zeigte sich Antlitz ĂŒberzeugt.

@ dpa.de | DE0007664039 ERGEBNISSE