Word-Dokumente, Barrierefreiheit

Word-Dokumente: Barrierefreiheit wird Pflicht

13.09.2025 - 17:21:01

Das neue BarrierefreiheitsstĂ€rkungsgesetz verpflichtet Unternehmen zur digitalen ZugĂ€nglichkeit. Microsoft Word bietet bereits alle notwendigen Werkzeuge fĂŒr barrierefreie Dokumente und PDFs.

Mit dem neuen BarrierefreiheitsstĂ€rkungsgesetz mĂŒssen Unternehmen ihre digitalen Dokumente zugĂ€nglich gestalten.

Seit dem 28. Juni 2025 verĂ€ndert das BarrierefreiheitsstĂ€rkungsgesetz (BFSG) die digitale Landschaft fĂŒr deutsche Unternehmen. Die deutsche Umsetzung der EuropĂ€ischen Accessibility-Richtlinie verpflichtet erstmals auch Privatunternehmen, ihre digitalen Inhalte barrierefrei zu gestalten – einschließlich der alltĂ€glichen Word-Dokumente.

Was frĂŒher hauptsĂ€chlich öffentliche Stellen betraf, gilt nun fĂŒr E-Commerce-Anbieter, Banken und Dienstleister gleichermaßen. VertrĂ€ge, Anleitungen und Rechnungen mĂŒssen den Standards entsprechen. Die Lösung liegt oft nĂ€her als gedacht: Microsoft Word bietet bereits alle nötigen Werkzeuge.

Struktur schafft Orientierung

Der wichtigste Schritt zu einem barrierefreien Dokument ist die korrekte Verwendung von Formatvorlagen. Einfaches VergrĂ¶ĂŸern und Fettdrucken reicht nicht – Screenreader benötigen semantische Informationen.

Heading-Styles sind entscheidend: „Überschrift 1“ sollte nur einmal fĂŒr den Haupttitel verwendet werden. Weitere Abschnitte folgen hierarchisch mit „Überschrift 2“, „Überschrift 3“ und so weiter. Keine Ebenen ĂŒberspringen – das verwirrt assistive Technologien.

Das Ergebnis? Ein automatisches Inhaltsverzeichnis, das sehbehinderten Nutzern die Navigation ermöglicht und gleichzeitig die Lesbarkeit fĂŒr alle verbessert.

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Bilder sprechen lassen

Grafiken, Diagramme und Fotos bleiben ohne Alternativtext stumm fĂŒr blinde Nutzer. Microsoft Word macht es einfach: Rechtsklick auf das Bild, „Alternativtext bearbeiten“ wĂ€hlen und eine prĂ€gnante Beschreibung eingeben.

Bei rein dekorativen Elementen sollte die entsprechende Option gewĂ€hlt werden – das verhindert unnötige Störungen beim Vorlesen. Komplexe Diagramme benötigen zusĂ€tzlich eine detaillierte ErklĂ€rung im Fließtext.

Farben und Kontrast richtig einsetzen

Serifenlose Schriften wie Arial oder Calibri gelten als besonders lesbar. Entscheidend ist jedoch der Kontrast zwischen Text und Hintergrund – hier hilft die BarrierefreiheitsprĂŒfung von Word bei der Kontrolle.

Hyperlinks verdienen besondere Aufmerksamkeit: Statt „Hier klicken“ oder nackter URLs sollten beschreibende Texte verwendet werden. „Den vollstĂ€ndigen Bericht zur digitalen Barrierefreiheit lesen“ gibt allen Nutzern besseren Kontext.

Automatische QualitÀtskontrolle nutzen

Words integrierte BarrierefreiheitsprĂŒfung findet sich unter dem „ÜberprĂŒfen“-Tab. Das Tool identifiziert fehlenden Alternativtext, schwachen Kontrast und falsch strukturierte Tabellen – mit konkreten LösungsvorschlĂ€gen.

Wichtig beim PDF-Export: Die Option „Dokumentstrukturtags fĂŒr Barrierefreiheit“ muss aktiviert sein, damit alle Accessibility-Features erhalten bleiben.

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Rechtlicher Rahmen verschÀrft sich

Das BFSG erweitert die bisherigen Anforderungen erheblich. WĂ€hrend frĂŒher hauptsĂ€chlich öffentliche Stellen unter die BITV-Verordnung fielen, sind nun weite Teile der Privatwirtschaft betroffen.

Der Standard: Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) 2.1 Level AA. Das klingt technisch, bedeutet aber konkrete Verbesserungen fĂŒr Millionen von Nutzern mit BeeintrĂ€chtigungen.

Ausblick: Mehr als nur Compliance

Microsoft investiert kontinuierlich in KI-gestĂŒtzte Barrierefreiheits-Tools. Automatische Alternativtext-VorschlĂ€ge und verbesserte Problemerkennung stehen vor der TĂŒr.

Das grĂ¶ĂŸere Bild: Barrierefreie Dokumente helfen allen. Klare Strukturen, verstĂ€ndliche Sprache und logischer Aufbau verbessern die Nutzererfahrung fĂŒr jeden Leser. Universal Design wird vom Compliance-Thema zur QualitĂ€tsfrage.

@ boerse-global.de