Xiaomi Aktie: 90 Prozent teurere Speicherchips
12.06.2026 - 09:29:59 | boerse-global.de
Starke Visionen, schwache Kurse. Bei Xiaomi klaffen RealitĂ€t und Anspruch derzeit weit auseinander. Der Konzern baut aufwendige Elektroautos und plant ein gigantisches Ăkosystem. Das KerngeschĂ€ft mit Smartphones leidet indes massiv. Anleger strafen diesen gefĂ€hrlichen Spagat gnadenlos ab. Ein Blick auf den Kurszettel offenbart das AusmaĂ der Skepsis.
Am Donnerstag schloss das Papier bei 2,88 Euro. Das bedeutet einen dramatischen Wertverlust. Auf Jahressicht bĂŒĂte der Titel rund 50 Prozent ein. Die Aktie notiert damit nur hauchdĂŒnn ĂŒber ihrem neuen 52-Wochen-Tief. Dieses markierte sie erst gestern bei 2,82 Euro. Der Markt zieht offensichtlich die ReiĂleine.
Bröckelndes Fundament im KerngeschÀft
Der Grund fĂŒr diese harte Abstrafung liegt im traditionellen Smartphone-Markt. Marktforscher gehen davon aus, dass Hersteller dieses Jahr weniger GerĂ€te ausliefern. Dazu explodieren die Kosten fĂŒr essenzielle Bauteile. Die Preise fĂŒr mobilen Speicher stiegen zuletzt um gewaltige 90 Prozent. Das trifft Xiaomi besonders hart. Der Konzern dominiert eigentlich das Einstiegssegment.
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In dieser Preisklasse kaufen Kunden sofort weniger, wenn die Preise steigen. Das Unternehmen kann die höheren Kosten kaum an die KĂ€ufer weitergeben. Das zeigt sich bereits deutlich beim Absatz. Im Nahen Osten und in Afrika schrumpfte Xiaomis Marktanteil auf elf Prozent. Bei gĂŒnstigen GerĂ€ten brach der Verkauf sogar um 41 Prozent ein. Kurz gesagt: ein Risiko.
Die teure Flucht nach vorn
WÀhrend das Fundament bröckelt, baut das Management an einer neuen Zukunft. Xiaomi treibt seine Elektroauto-Sparte mit enormem Aufwand voran. Das Ziel lautet: 550.000 ausgelieferte Fahrzeuge im Jahr 2026. Das sind deutlich mehr Autos als im Vorjahr. Die Limousine SU7 und der SUV YU7 zielen dabei auf kaufkrÀftigere Kunden.
Dieser Umbau kostet viel Geld. Der Konzern investiert massiv in sein vernetztes Ăkosystem. Bis 2026 flieĂen ĂŒber 100 Milliarden Renminbi in neue Technologien. Das umfasst kĂŒnstliche Intelligenz, Robotik und Fahrzeugtechnik. Ab 2027 sollen die Autos auch auf europĂ€ischen StraĂen rollen.
ZerreiĂprobe fĂŒr das GeschĂ€ftsmodell
Reicht der Hype um die neuen Elektroautos aus, um die schrumpfenden Smartphone-Gewinne auszugleichen? Bislang lautet die Antwort der Börse eindeutig nein. Analysten erwarten fĂŒr das zweite Quartal wenig Gewinn. Die hohen Entwicklungskosten treffen auf ein schwĂ€chelndes KerngeschĂ€ft. Solange teure Bauteile die Smartphone-Margen auffressen, bleibt die Auto-Vision eine schwere BĂŒrde fĂŒr die Bilanz.
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