Xiaomi Aktie: YU7 GT am Nürburgring
27.06.2026 - 21:05:02 | boerse-global.de
Starke Rekorde auf der Rennstrecke, schwache Kurse an der Börse. Bei Xiaomi klaffen technologischer Anspruch und finanzielle Realität derzeit weit auseinander. Das Unternehmen feiert einen autonomen Rundenrekord am Nürburgring. Die Aktie hingegen stürzt ab.
Triumph auf dem Asphalt, Verluste in der Bilanz
Der neue Xiaomi YU7 GT hat die Nürburgring Nordschleife vollständig fahrerlos bezwungen. Mit einer Zeit von knapp zehneinhalb Minuten zwang der Hochleistungs-SUV die Streckenbetreiber sogar dazu, eine neue Rekordkategorie einzuführen. Ein technologischer Meilenstein für das autonome Fahren.
Finanziell zahlt das Unternehmen für diese Innovationskraft einen hohen Preis. Die Elektroauto-Sparte verbuchte zuletzt operative Verluste von 3,1 Milliarden Yuan. Parallel dazu brach der bereinigte Nettogewinn des Konzerns im ersten Quartal 2026 um 43 Prozent ein.
Teure Chips belasten das Kerngeschäft
Haupttreiber für den Gewinneinbruch sind explodierende Komponentenpreise. Die Kosten für Speicherchips haben sich seit Ende 2025 verfünffacht. Das trifft Xiaomis Smartphone-Kerngeschäft hart. Laut Marktforschern von IDC sanken die weltweiten Auslieferungen im ersten Quartal leicht. Xiaomi verzeichnete dabei den stärksten Rückgang unter den führenden Herstellern.
Um gegenzusteuern, bringt das Unternehmen zügig neue Modelle auf den Markt. Bereits am 30. Juni feiert das Redmi K90 Ultra in China Premiere. Für den Herbst planen die Entwickler das Flaggschiff Xiaomi 18 Pro mit extrem starkem Akku und neuem Kamerasystem.
Aktie massiv unter Druck
An der Börse honoriert niemand die neuen Produkte. Die Xiaomi-Aktie schloss am Freitag bei 2,46 Euro. Seit Jahresbeginn hat das Papier 45,23 Prozent an Wert verloren. Der RSI-Indikator signalisiert mit einem Wert von 19,8 eine extreme überverkaufte Situation.
Selbst ein laufendes, milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm stoppt den Abwärtstrend bisher nicht. Analysten von Goldman Sachs rechnen für das anstehende zweite Quartal mit einem weiteren Gewinnrückgang von bis zu 50 Prozent. Spätestens mit der Vorlage dieser Quartalszahlen muss das Management beweisen, dass es die hohen Chipkosten an die Endkunden weitergeben kann.
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