XPeng Aktie: Neues 52-Wochen-Tief bei 11,32 Euro
20.06.2026 - 02:19:15 | boerse-global.de
Die Autoverkäufe schwächeln, der Verlust wächst und die Aktie rutscht auf ein Jahrestief. In dieser kritischen Phase wagt XPeng einen radikalen Umbau. Konzernchef He Xiaopeng übernimmt persönlich die Kontrolle über die neue Roboter-Sparte. Das Ziel: Der Autobauer will sich zu einem KI-Konzern wandeln.
Druck auf dem Parkett
Die Börse honoriert diese Vision bisher nicht. Am Freitag schloss das Papier bei 11,82 Euro. Auf Wochensicht steht ein Minus von gut fünf Prozent auf der Anzeigetafel. Damit markierte der Wert am Dienstag bei 11,32 Euro ein neues 52-Wochen-Tief.
Seit Jahresbeginn hat die Aktie fast ein Drittel ihres Wertes verloren. Ein RSI-Wert von 32,6 signalisiert einen stark überverkauften Zustand. Die schwachen Quartalszahlen liefern den Grund für diese Talfahrt. Im ersten Quartal lieferte XPeng deutlich weniger Autos aus als im Vorjahr. Der Nettoverlust stieg zeitgleich auf 1,78 Milliarden Yuan.
Lieferketten bremsen neues Modell
Auch im Mai fielen die Auslieferungen im Jahresvergleich. Es war der fünfte Rückgang in Folge. Hoffnung ruht nun auf dem neuen Flaggschiff-SUV GX. In den ersten zwölf Stunden nach Verkaufsstart sammelte das Unternehmen fast 25.000 feste Bestellungen ein.
Die starke Nachfrage schafft jedoch neue Probleme. Über 80 Prozent der Käufer wollen die teuerste Ausstattungsvariante. Das überlastet die Lieferkette massiv. Kunden müssen auf die Top-Version aktuell 35 Wochen warten. He Xiaopeng treibt die Zulieferer nun persönlich an, um die Produktion hochzufahren.
Alles auf die Roboter-Karte
Mitten in dieser operativen Krise rückt ein anderes Projekt in den Fokus. He Xiaopeng führt die Roboter-Einheit seit Mitte Juni als direkter CEO. Der bisherige Projektleiter verließ das Unternehmen. Damit steigt das humanoide Roboter-Programm vom Nebenprojekt zur strategischen Chefsache auf.
XPeng baut in Guangzhou bereits eine riesige Fabrik. Bis Jahresende sollen dort monatlich über 1.000 Einheiten des IRON-Roboters vom Band rollen. Die Maschinen nutzen mehrere KI-Chips für ihre Bewegungen. Erste Einsätze sind für 2027 in den eigenen Verkaufsräumen geplant.
Weichenstellung in Guangzhou
Der Konzern plant langfristig eine Jahresproduktion von einer Million Robotern. XPeng will sich vom reinen Autobauer zu einem Unternehmen für physische Künstliche Intelligenz wandeln. Ein ambitionierter Plan.
Am 26. Juni treffen sich die Aktionäre zur Hauptversammlung in Guangzhou. Auf der Agenda stehen mögliche Aktienrückkäufe und die Wiederwahl von Direktoren. Angesichts der schwachen Autoverkäufe und des radikalen Strategiewechsels dürfte das Management dort viele kritische Fragen beantworten müssen.
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