Pakistan, Iran-GesprÀche

Pakistan hofft auf neue Iran-GesprÀche und ein Ende der Energie-Krise

23.04.2026 - 13:17:23 | dpa.de

Yasmin Bibi hatte nie gedacht, dass sie noch einmal Holz zum Feuern des Herdes nutzen muss.

Die 49-JĂ€hrige wohnt im bergigen Norden Pakistans und weicht auf den Brennstoff aus, weil wegen des Iran-Kriegs Gas knapp wird. "Es ist wie eine Reise zurĂŒck in der Zeit", sagt die Mutter von vier Kindern. Ihre eigene Mutter war frĂŒher noch vor dem Morgengrauen aufgestanden, um ein Feuer zu schĂŒren. SpĂ€ter kam das Gas aus der Leitung ins Dorf und Bibi hatte sich an Feuer per Knopfdruck gewöhnt. Aber das geht jetzt nicht mehr.

Pakistan hatte sich in den vergangenen Wochen als wichtiger Vermittler zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten etabliert und Verhandler der Kriegsparteien trafen sich in der Hauptstadt Islamabad. Das sĂŒdasiatische Land hat auch eigenes Interesse an einem schnellen Ende des Kriegs, denn es ist besonders abhĂ€ngig von Energielieferungen aus der Golf-Region. Nach Angaben des Datenanbieters Kpler kamen 85 Prozent der Öllieferungen des Landes aus dem Nahen Osten.

"Panik" wegen Energiekrise trotz drastischer Schritte

"Es gibt ĂŒberall Panik, weil die Kraftstoffpreise gestiegen sind und es EngpĂ€sse auf dem Markt gibt", sagt der Taxifahrer Fazal Abbas in Islamabad. Sein Einkommen sei um die HĂ€lfte gesunken, nachdem die Benzinpreise infolge des Kriegs um 50 Prozent angehoben worden seien.

Premierminister Shehbaz Sharif sagte in einer Sitzung zum Energienotstand: "Energiesicherheit ist jetzt zum zentralen Planungsaspekt des Landes geworden". Eine Energiekrise sei durch schnelles Handeln abgewendet worden, heißt es regelmĂ€ĂŸig in offiziellen Statements. Aber weil Gas fĂŒr Kraftwerke fehlt, wird bereits jetzt punktuell in Pakistan der Strom abgeschaltet. Im Land beliebte Cricket-Spiele finden ohne Zuschauer statt, um Energie etwa fĂŒr die Verpflegung zu sparen.

Auch andere Schritte der Regierung sind drastisch: Die Arbeitswoche im öffentlichen Dienst wurde auf vier Tage reduziert, Reisen sollen eingeschrĂ€nkt werden und Unternehmen mĂŒssen abends frĂŒher schließen.

"Die Ausgangssperren und ReisebeschrĂ€nkungen haben mein GeschĂ€ft ruiniert", sagt Azhar Mehmood, ein Ladenbesitzer in einem Einkaufszentrum in Islamabad. "Normalerweise gehen die Leute im Sommer abends einkaufen, wenn es etwas kĂŒhler ist. Aber so spĂ€t dĂŒrfen wir unseren Laden nicht offen halten."

Pakistan hofft auf Ende des Iran-Kriegs

Noch Anfang der Woche hieß es aus Washington, eine Delegation reise erneut nach Pakistan zu FriedensgesprĂ€chen. Teheran hatte die Teilnahme an neuen Verhandlungen abgesagt.

Kurz darauf verlĂ€ngerte US-PrĂ€sident Donald Trump ĂŒberraschend die Feuerpause einseitig und dankte der Vermittlung Pakistans. Insbesondere den mĂ€chtigen Armeechef, Feldmarschall Asim Munir, und Premier Sharif erwĂ€hnte er in seiner Nachricht auf der Plattform Truth Social.

Aus pakistanischen Sicherheitskreisen heißt es seither, Munir und Sharif hĂ€tten ihre BemĂŒhungen nochmals verstĂ€rkt, die FriedensgesprĂ€che wieder zum Laufen zu bringen. "Die Telefonleitungen laufen rund um die Uhr", sagte ein Beamter der Deutschen Presse-Agentur.

"Wir beten dafĂŒr, dass der Krieg so schnell wie möglich vorbei ist, damit unser Leben wieder zur NormalitĂ€t zurĂŒckkehrt", sagt Taxifahrer Abbas. Mit seinem Wagen steht er nur fĂŒnf Minuten entfernt vom Serena Hotel, wo sich die Kriegsparteien zuletzt getroffen hatten.

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