Zehntausende fordern in Spanien RĂŒcktritt von Regierung
30.11.2025 - 17:22:37Die Teilnehmer der Demonstration in Madrid warfen der linksgerichteten Regierung Korruption vor und verlangten den RĂŒcktritt des Regierungschefs sowie Neuwahlen. Zu dem Protest hatte die konservative Volkspartei (PP) von OppositionsfĂŒhrer Alberto NĂșñez FeijĂło aufgerufen.
Die Kundgebung fand auf der Esplanade vor dem Debod-Tempel im Stadtzentrum unter dem Motto "Mafia oder Demokratie?" statt. Viele trugen Spanien-Flaggen und Plakate mit Aufschriften wie "RĂŒcktritt sofort!" und "SĂĄnchez geh weg!". Die PP sprach von rund 80 000 Teilnehmern. Das Innenministerium schĂ€tzte die Zahl jedoch auf etwa die HĂ€lfte. Die letzte Ă€hnlich groĂe Kundgebung gegen SĂĄnchez hatte es in Madrid im Juni gegeben.
Auslöser des neuen Protests war die am erst am Donnerstag verhĂ€ngte Untersuchungshaft gegen den frĂŒheren Verkehrsminister von SĂĄnchez, JosĂ© Luis Ăbalos. Auch dessen frĂŒherer Berater Koldo GarcĂa muss in U-Haft. Die Anklage wirft beiden Korruption im Zusammenhang mit dem Kauf von Schutzmasken wĂ€hrend der Corona-Pandemie vor.
Linke Minderheitsregierung unter zunehmendem Druck
Die Entscheidung des Obersten Gerichts war ein weiterer RĂŒckschlag fĂŒr die Minderheitsregierung des Sozialisten SĂĄnchez, die auch wegen anderer KorruptionsaffĂ€ren unter Druck steht. Die nĂ€chste Parlamentswahl mĂŒsste in Spanien im Prinzip erst in der zweiten HĂ€lfte von 2027 stattfinden.
Mit immer mehr Nachdruck fordert die Opposition aber eine frĂŒhere Abstimmung. "Ganz Spanien hat die Korruption satt. (...) Schluss mit so viel Verfall und so viel Unsinn", rief FeijĂło unter dem Jubel der Menge. "Sollen sie doch endlich gehen - sollen sie gehen und Neuwahlen ausrufen, damit die BĂŒrger sprechen, wĂ€hlen und entscheiden können", forderte er.
Allerdings ist auch seine Partei nicht frei von KorruptionsvorwĂŒrfen, Kritik und AffĂ€ren. So kĂŒndigte etwa der PrĂ€sident der Autonomen Gemeinschaft Valencia, der PP-Politiker Carlos MazĂłn, nach viel Kritik an seinem Krisenmanagement wĂ€hrend des sogenannten Jahrhundertunwetters mit mehr als 200 Toten im Herbst 2024 in der bei Urlaubern beliebten Region seinen RĂŒcktritt an.

