ZIA warnt vor struktureller Krise auf dem Wohnungsmarkt
13.02.2026 - 00:51:12Der deutsche Wohnungsmarkt steckt in einer tiefgreifenden strukturellen Krise. Das zeigt das aktuelle Frühjahrsgutachten des Zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA). Während der Neubau dramatisch einbricht, treibt der anhaltende Mangel die Preise weiter in die Höhe.
Neubau bricht dramatisch ein
Die Zahlen der sogenannten „Immobilienweisen“ sind alarmierend. Für dieses Jahr prognostizieren sie lediglich 215.000 fertiggestellte Wohnungen. Das ist ein weiterer Rückgang gegenüber 2025 und liegt weit unter dem jährlichen Bedarf von rund 257.400 Einheiten. Die Folge: Die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage klafft immer weiter auseinander.
Eine Studie des Pestel-Instituts beziffert das Defizit bereits auf einen Rekordwert von bundesweit 1,4 Millionen fehlenden Wohnungen. Dieser Mangel entwickelt sich zur ernsthaften Wirtschaftsbremse, denn er erschwert die Gewinnung dringend benötigter Fachkräfte.
- Prognose 2026: Nur 215.000 neue Wohnungen
- Tatsächlicher Bedarf: Rund 257.400 Wohnungen pro Jahr
- Aktuelles Defizit: 1,4 Millionen fehlende Wohnungen
Paradox: Krise im Bau, aber steigende Preise
Trotz der Flaute in der Bauwirtschaft – die Bruttowertschöpfung liegt etwa 25 Prozent unter dem Niveau von 2022 – steigen die Immobilienpreise weiter. Experten rechnen für 2026 mit einem moderaten, aber stetigen Anstieg von 3 bis 3,5 Prozent.
Der Grund für dieses Paradox ist simpel: Die Nachfrage trifft auf ein historisch niedriges Angebot. Die Ursachen für die Baukrise sind dagegen komplex:
* Gestiegene Material- und Baukosten
* Nach wie vor hohe Zinsen
* Akuter Mangel an Fachkräften
* Langwierige und komplexe Genehmigungsverfahren
Diese Faktoren machen Neubauprojekte für viele Investoren unattraktiv. Die Zahl der Baugenehmigungen sank 2024 auf den niedrigsten Stand seit 2010.
Politik plant neue Förderung – reicht das?
Unter Druck kündigt die Bundesregierung nun an, die staatliche Förderung zu vereinfachen. Die Vielzahl an Programmen soll auf zwei zentrale Säulen reduziert werden: eine für den Neubau und eine für die Sanierung von Bestandsgebäuden.
Branchenexperten begrüßen den Schritt, warnen aber vor zu viel Optimismus. Der ZIA fordert in seinem Gutachten weitreichendere Reformen:
* Senkung der Grunderwerbsteuer
* Vereinheitlichung der Landesbauordnungen
* Überprüfung der Mietregulierung
Ziel ist es, Investitionen wieder wirtschaftlich attraktiv zu machen. Doch eine schnelle Entspannung ist nicht in Sicht. Für Mieter und Käufer bedeutet das: Hohe Mieten und Kaufpreise, besonders in den Städten, werden vorerst bleiben.
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Eine Trendwende beim Neubau wird frühestens für 2027 erwartet – und auch nur dann, wenn die politischen Weichen jetzt richtig gestellt werden.
@ boerse-global.de
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