Börsen/Aktien, Börsenschluss

Europa Schluss: Rekorde in Paris und London dank Zinsaussichten

10.05.2024 - 18:27:39 | dpa.de

Zinshoffnungen haben Europas Börsen am Freitag weiter nach oben gehievt.

Getrieben von positiven Außenhandelsdaten aus China, die als Signale einer wirtschaftlichen Belebung interpretiert wurden, sowie von US-Jobdaten war es bereits am Vortag nach oben gegangen. Insgesamt war es fĂŒr die AktienmĂ€rkte in Europa eine sehr starke Woche.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 stieg am Freitag um 0,61 Prozent auf 5085,08 Punkte. Die Wochenbilanz zeigt ein Plus von 3,3 Prozent. Der französische Cac 40 FR0003500008 erreichte am Freitag im Verlauf ein Rekordhoch und schloss etwas darunter mit plus 0,38 Prozent auf 8219,14 Punkten.

Robert Greil, Chefstratege der Privatbank Merck Finck, wies darauf hin, dass in Europa der Inflationstrend nicht mehr so hartnĂ€ckig sei wie in den USA. Dies dĂŒrfte laut Greil ungewöhnlicherweise dazu fĂŒhren, dass die EuropĂ€ische Zentralbank (EZB) im Juni zumindest einige Monate vor der US-Notenbank Fed mit Leitzinssenkungen beginnt.

Eine Bestmarke markierte vor dem Wochenschluss erneut der britische FTSE 100 GB0001383545, der seine Rekordjagd damit fortsetzte. Zum Handelsschluss stand der "Footsie" 0,63 Prozent höher beim Stand von 8433,76 Punkten. Die britische Notenbank hatte am Donnerstag ihren Leitzins zwar noch unverĂ€ndert gelassen, angesichts der rĂŒcklĂ€ufigen Inflation aber ebenfalls Signale fĂŒr eine baldige Zinssenkung gesendet.

StĂ€rkster Wert im EuroStoxx waren zum Wochenschluss die Papiere des Versorgers Enel IT0003128367 mit plus 3,8 Prozent. Hier hatten sich zahlreiche Analysten positiv zu den am Vorabend veröffentlichten GeschĂ€ftszahlen geĂ€ußert. Der Stromanbieter hatte zudem mitgeteilt, GeschĂ€fte in Peru fĂŒr rund 1,2 Milliarden Euro verkauft zu haben. Die Enel-Kursgewinne trieben den europĂ€ischen Versorgersektor EU0009658962 insgesamt an, der mit plus 1,4 Prozent in der Stoxx-600-Übersicht vorne lag.

Sanofi FR0000120578 gingen 1,2 Prozent höher aus dem Handel. Der Pharmakonzern schloss eine Lizenzvereinbarung mit dem US-Konzern Novavax US6700024010 ab, die auf die gemeinsame Vermarktung eines Covid-19-Impfstoffs und die Entwicklung eines neuen KombiprĂ€parats fĂŒr Hochrisiko-Senioren abzielt. Novavax konnten sich nach diesem Deal an der New Yorker Börse am Freitag mehr als verdoppeln.

Der Pharmahersteller Novartis CH0012005267 erhielt von der US-Arzneibehörde FDA fĂŒr das Medikament Scemblix den Status "Breakthrough Therapy" fĂŒr die Behandlung einer bestimmten Blutkrebsart. Laut Novartis ist dies bereits der dritte "Breakthrough Therapy"-Status fĂŒr Scemblix. Dieser ist dafĂŒr vorgesehen, die Entwicklung und PrĂŒfung von Medikamenten fĂŒr die Behandlung von schwerwiegenden Erkrankungen zu beschleunigen. Die Novartis-Aktien gewannen in ZĂŒrich zwei Prozent.

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