Börse Frankfurt-News: Zollsorgen bremsen MÀrkte (Wochenausblick)
13.01.2025 - 10:11:43Das hat auch viel mit dem Amtsantritt von Donald Trump in genau einer Woche zu tun. FĂŒr die diese Woche beginnende US-Berichtssaison herrscht aber durchaus Zuversicht.
13. Januar 2025. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Falls die ersten Handelstage im Jahr tatsĂ€chlich die Richtung fĂŒr das Gesamtjahr vorgeben, wie so mancher glaubt, sieht es fĂŒr 2025 eher mau aus. "?"uĂerst dynamisch war die Kursentwicklung gerade an der US-Leitbörse nicht", kommentiert Markus Reinwand von der Helaba. "Inflations- und Konjunktursorgen, der fortgesetzte Renditeanstieg und Unsicherheiten ĂŒber die Handelspolitik von Donald Trump sorgen fĂŒr ein schwieriges Marktumfeld", erklĂ€rt sein Kollege Ralf Umlauf. Die erneuten Zollandrohungen von Trump, aber auch dessen Drohungen in Sachen Grönland und Panamakanal machen die MĂ€rkte nervös.
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Der DAX steht am Montagmorgen bei 20.170 Punkten nach 20.215 am Freitag zu Handelsschluss und 20.522 ZĂ€hlern als Rekordmarke von Mitte Dezember. Die US-Börsen erlitten am Freitag deutliche Verluste. Ein Grund war der ĂŒberraschend starke US-Arbeitsmarktbericht, der Zinssenkungserwartungen dĂ€mpfte. AuffĂ€llig ist zudem die Entwicklung am Anleihemarkt: Die Renditen sind krĂ€ftig gestiegen, in Erwartung höherer Inflation und steigender Staatsschulden.
Magnificent 7: Gute Zahlen erwartet, aber Ausblicke?
Höhepunkt dieser Woche: die US-Verbraucherpreisdaten vom Dezember. Von denen werden Signale ĂŒber die weitere Leitzinsentwicklung erwartet. AuĂerdem startet diese Woche die US-Berichtssaison fĂŒr das vierte Quartal. Den Anfang machen Banken wie JP Morgan, Wells Fargo, Goldman Sachs und Citigroup. Die DekaBank erwartet fĂŒr die S&P 500-Unternehmen eine weitere gute Berichtssaison mit Ergebnissen klar ĂŒber den zuletzt reduzierten Analystenprognosen - vor allem aufgrund der ĂŒberraschend starken US-Konjunktur. Das wĂŒrde zumindest den gleichgewichteten S&P 500 unterstĂŒtzen. "Die Magnificent 7 werden starke Zahlen melden, aber die Reaktionen auf die Ausblicke sind schwer abzuschĂ€tzen", erklĂ€rt Ulrich Kater.
"Europas AktienmÀrkte 2025 abermals schwÀcher"
Die Commerzbank geht davon aus, dass die US-Gewinnsaison positive Akzente setzen wird, da sich die US-Konjunktur weiterhin sehr robust entwickelt habe. "2024 haben die S&P 500-Unternehmen ihre Gewinne wahrscheinlich um durchschnittlich knapp 10 Prozent gesteigert, doch auch fĂŒr 2025 sind die Unternehmensanalysten optimistisch und erwarten 15 Prozent", erklĂ€rt Thorsten Weinelt. FĂŒr die Unternehmen im Nasdaq Composite werde sogar mit 25 Prozent gerechnet. Die US-AktienmĂ€rkte gingen zwar mit recht hohen KGVs von 22 in das neue Börsenjahr. Doch das anhaltend starke Gewinnwachstum in den USA sei ein entscheidender positiver Trend. "Daher erwarten wir fĂŒr die US-AktienmĂ€rkte auch 2025 ĂŒberdurchschnittliche Kursgewinne." FĂŒr Europas AktienmĂ€rkte prognostiziert die Bank nach der bereits deutlich schwĂ€cheren Entwicklung 2024 ein Ă€hnliches Bild 2025.
Nur Erholung, mehr nicht
FĂŒr den Charttechniker Christoph Geyer beschreibt das Stichwort "Erholung" ganz gut, was sich gerade am deutschen Aktienmarkt abspielt: "Die jĂŒngste Anstiegsbewegung fĂŒhrte den DAX nĂ€mlich fast exakt an die bisherigen Rekordwerte", erklĂ€rt er. Hier habe sich eine Widerstandszone aufgebaut, die vermutlich nicht im ersten Anlauf ĂŒberwunden werden könne. Da die Indikatoren zum Teil im ĂŒberkauften Bereich notierten, komme auch von dieser Analysemethode her keine UnterstĂŒtzung zum Ausbruch. "Ein erneuter Test der 20.000er-Marke sollte den Wochenstart prĂ€gen", erklĂ€rt Geyer.
Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftstermine der Woche
Mittwoch, 15. Januar
10.00 Uhr. Deutschland: BIP 2024. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt dĂŒrfte 2024 leicht geschrumpft sein, meint die DekaBank, zum zweiten Mal in Folge. Die SchĂ€tzung des Statistischen Bundesamtes sei aber mit Vorsicht zu genieĂen, manche Indikatoren lĂ€gen bislang nur bis Oktober vor.
14.30 Uhr. USA: Verbraucherpreise Dezember. Bei der US-Inflation lĂ€sst eine klare Entspannung wohl weiter auf sich warten, meint die Commerzbank. Immerhin dĂŒrfte der Preisdruck im Dezember etwas nachgelassen haben, wenn man Energie und Nahrungsmittel ausklammere. Die Bank prognostiziert ein Plus von 0,3 Prozent gegenĂŒber dem November und 0,2 Prozent fĂŒr die Kernrate.
Donnerstag, 16. Januar
13.30 Uhr. Eurozone: Protokoll der EZB-Sitzung vom 12. Dezember. Die Zusammenfassung dĂŒrfte nach EinschĂ€tzung der DekaBank eine kontroverse Diskussion widerspiegeln. WĂ€hrend die makroökonomischen Projektionen ein Soft-Landing beschrieben, hĂ€tten einige Ratsmitglieder wahrscheinlich zunehmende konjunkturelle AbwĂ€rtsrisiken hervorgehoben. Am Ende sei es wohl ein Kompromiss gewesen, die Leitzinsen um nur 25 Basispunkte zu senken, aber deutlicher als bisher eine weitere Lockerung in Aussicht zu stellen.
14.30 Uhr. USA: EinzelhandelsumsĂ€tze Dezember. Die EinzelhandelsumsĂ€tze dĂŒrften mit einem Anstieg um 0,5 Prozent gegenĂŒber November untermauern, dass die US-Konsumenten und damit auch die US-Konjunktur weiterhin in einer guten, ausgabefreudigen Verfassung sind, erklĂ€rt die Commerzbank.
Freitag, 17. Januar
3.00 Uhr. China: BIP 4. Quartal 2024. Das chinesische Bruttoinlandsprodukt dĂŒrfte sich deutlich besser entwickelt haben als im schwachen Vorquartal, meint die DekaBank. Doch die anhaltende Verunsicherung der Konsumenten, die Immobilienkrise und die Erwartung einer Eskalation des US-Handelskonflikts in den kommenden Monaten lasteten auf dem Ausblick fĂŒr 2025.
3.00 Uhr. China: Industrieproduktion/EinzelhandelsumsĂ€tze Dezember. FĂŒr die chinesische Industrieproduktion geht die Commerzbank von einem robusten Wachstum von 5,2 Prozent zum Vorjahr aus. Auch das Wachstum der EinzelhandelsumsĂ€tze dĂŒrfte sich auf 4 Prozent zum Vorjahr belebt haben.
von: Anna-Maria Borse, 13. Januar 2025, © Deutsche Börse AG
(FĂŒr den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die BeitrĂ€ge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

