Zoll, Kampf

Zoll verschÀrft Kampf gegen Schwarzarbeit mit neuen Vollmachten

19.03.2026 - 00:00:21 | boerse-global.de

Der Zoll geht mit verschÀrften Gesetzen und bundesweiten Kontrollen gegen illegale BeschÀftigung vor, die 2025 SchÀden von 675 Millionen Euro verursachte. Neue Branchen stehen im Fokus.

Zoll verschĂ€rft Kampf gegen Schwarzarbeit mit neuen Vollmachten - Foto: ĂŒber boerse-global.de
Zoll verschĂ€rft Kampf gegen Schwarzarbeit mit neuen Vollmachten - Foto: ĂŒber boerse-global.de

Die deutsche Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) geht mit verschĂ€rften Gesetzen und landesweiten Razzien gegen illegale BeschĂ€ftigung vor. Hintergrund sind MilliardenschĂ€den fĂŒr die Sozialkassen und verzerrter Wettbewerb.

Großrazzia im Baugewerbe deckt VerstĂ¶ĂŸe auf

Am 10. MĂ€rz 2026 setzte der Zoll ĂŒber 3.200 Beamte bundesweit auf Baustellen ein. Im Fokus standen die Einhaltung des Mindestlohns von 13,90 Euro, korrekte Sozialversicherungsmeldungen und gĂŒltige Arbeitserlaubnisse. Allein in DĂŒsseldorf und Wuppertal fĂŒhrten Kontrollen bei ĂŒber 180 Personen zu VerdachtsfĂ€llen. In SĂŒddeutschland wurden mehrere Personen ohne erforderliche Papiere angetroffen. Das Baugewerbe verursacht etwa 60 Prozent der jĂ€hrlich aufgedeckten finanziellen SchĂ€den durch Schwarzarbeit.

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Jahresbericht 2025: RekordschÀden und harte Strafen

Der am 20. Februar 2026 veröffentlichte Jahresbericht der Generalzolldirektion offenbart das Ausmaß der Schattenwirtschaft. 2025 ermittelte der Zoll SchĂ€den von rund 675 Millionen Euro durch hinterzogene SozialbeitrĂ€ge, Steuern und Löhne. Die Behörde leitete ĂŒber 98.200 Strafverfahren und 52.100 Ordnungswidrigkeitsverfahren ein. Gerichte verhĂ€ngten insgesamt fast 1.200 Jahre Haft fĂŒr organisierte Schwarzarbeit, Lohnbetrug und Sozialmissbrauch.

Neue Gesetze: SchwarzArbMoDiG gibt Zoll schÀrfere Waffen

Seit 1. Januar 2026 gilt das Gesetz zur Modernisierung und Digitalisierung der BekĂ€mpfung der Schwarzarbeit (SchwarzArbMoDiG). Es erweitert die Befugnisse der FKS erheblich. Neu auf der Liste der Hochrisikobranchen stehen nun Friseure, Kosmetikstudios und plattformbasierte Lieferdienste. BeschĂ€ftigte in diesen Sektoren mĂŒssen sich bei Kontrollen sofort ausweisen können.

Erstmals darf der Zoll bestimmte Straftaten wie das Vorenthalten von SozialbeitrĂ€gen eigenstĂ€ndig ermitteln – ohne vorherige Zustimmung der Staatsanwaltschaft. Juristen sehen darin eine massive Beschleunigung der Verfahren.

Strengere Pflichten fĂŒr Unternehmen

Unternehmen mĂŒssen sich auf verschĂ€rfte Kontrollen einstellen. Die neue Rechtslage verpflichtet sie, Zollbeamten bei PrĂŒfungen digitalen Zugriff auf Lohn- und Finanzdaten zu gewĂ€hren. Papierakten reichen nicht mehr aus. In Risikobranchen mĂŒssen Arbeitgeber ihre BeschĂ€ftigten aktiv ĂŒber die Ausweispflicht informieren.

Die VerschĂ€rfung hat rechtliche Konsequenzen: Systematische Lohnbuchungsfehler oder gefĂ€lschte Rechnungen können nun als Straftat gewertet werden. GeschĂ€ftsfĂŒhrer riskieren hohe Geldstrafen oder sogar Haft. Rechtsberater raten dringend zu internen Audits, insbesondere in der Lieferkette.

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Digitale Jagd auf Schattenwirtschaft

FĂŒr das restliche Jahr 2026 plant der Zoll den Vollausbau seiner digitalen Analysemöglichkeiten. Das SchwarzArbMoDiG ermöglicht den automatisierten Abgleich riesiger DatensĂ€tze aus FinanzĂ€mtern, Sozialversicherungen und anderen Behörden. Diese Vernetzung soll AuffĂ€lligkeiten prĂ€zise aufspĂŒren.

Besonderes Augenmerk liegt kĂŒnftig auf der Gig-Economy und Lieferdiensten. Die Kombination aus datengestĂŒtzten Analysen und groß angelegten Razzien markiert einen Paradigmenwechsel. FĂŒr die deutsche Wirtschaft geht es um fairen Wettbewerb und den Schutz der Sozialsysteme.

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