AKTIE IM FOKUS 2: UBS fest - Erleichterung trotz schÀrferer Kapitalanforderungen
06.06.2025 - 21:54:47(neu: Schlusskurs, Einordnung lÀngerfristige Kursentwicklung im Vergleich zu Branche und Gesamtmarkt, Reaktion von UBS, Analystenkommentare)
ZĂRICH (dpa-AFX) - Die Aktien von UBS CH0244767585 haben am Freitag einer massiven VerschĂ€rfung der Kapitalanforderungen an die schweizerische GroĂbank getrotzt. Analysten begrĂŒndeten den deutlichen Kursanstieg nach der anfangs negativen Reaktion vor allem mit dem langen zeitlichen Umsetzungsrahmen fĂŒr die geforderten MaĂnahmen, welche die Bank dennoch vehement kritisierte. Zudem gewĂ€hrte ihr die zustĂ€ndige Behörde eine gewisse Erleichterung bei den Anforderungen zum Fremdkapital.
Die UBS-Titel gaben nur kurzzeitig ihre Gewinne ab, zogen dann aber um bis zu gut 7 Prozent auf 28,78 Franken an. Das bedeutete den höchsten Stand seit Ende MĂ€rz. Letztlich behaupteten sie ein Plus von 3,8 Prozent auf 27,88 Franken, was immer noch fĂŒr den ersten Platz im moderat freundlichen SMI reichte. Davon profitierte auch der Branchenindex der europĂ€ischen Finanzdienstleister EU0009658848.
Seit Jahresbeginn steht fĂŒr die Aktien dennoch nur ein knappes Plus zu Buche. Damit hinken sie sowohl dem Sektor als auch dem schweizerischen Leitindex mit Gewinnen von jeweils mehr als 6 Prozent weit hinterher.
Wegen der MaĂnahmen zur Verbesserung der BankenstabilitĂ€t bezifferte das Eidgenössische Finanzdepartement (EFD) den zusĂ€tzlichen Bedarf an hartem Eigenkapital fĂŒr UBS auf Basis der aktuellen Bilanz auf insgesamt rund 26 Milliarden US-Dollar. VollumfĂ€nglich in Kraft treten dĂŒrften die Bestimmungen allerdings wohl frĂŒhestens in zehn Jahren.
Der zusĂ€tzliche Kapitalbedarf falle höher als von ihm erwartet aus, kommentierte Experte Joseph Dickerson vom US-Analysehaus Jefferies. Auch Kian Abouhossein von der US-Bank JPMorgan sprach von einer betrĂ€chtlichen Summe. Allerdings habe die seit Jahresbeginn schwache Kursentwicklung der Aktie im Vergleich zum Bankensektor bereits ein negatives Ergebnis der Kapitalanforderungs-PrĂŒfungen eingepreist, betonte er.
Die genannten 26 Milliarden Dollar kĂ€men zu den bereits kommunizierten rund 18 Milliarden Dollar hinzu, welche UBS als Folge der Credit-Suisse-Ăbernahme ohnehin schon halten muss, um die bestehenden regulatorischen Anforderungen zu erfĂŒllen. Insgesamt mĂŒsste UBS also zusĂ€tzliches hartes Kernkapital (CET1) in Höhe von etwa 42 Milliarden US-Dollar halten.
Immerhin gibt es im Gegenzug eine gewisse Erleichterung bei den Anforderungen zum Fremdkapital. So sinkt der Bedarf an sogenannten AT1-Anleihen um 8 Milliarden Dollar. Diese gelten als Hybridkapital. Sie sollen bei der Schieflage einer Bank Verluste auffangen und gehören zu den teuersten Schulden einer Bank.
Das Unternehmen lehnt die vorgeschlagene Erhöhung der Kapitalanforderungen dennoch "entschieden" ab. Denn diese sei "extrem", teilte UBS mit. Die Ănderungen wĂŒrden zu Kapitalanforderungen fĂŒhren, die weder verhĂ€ltnismĂ€Ăig noch international abgestimmt seien. Angesichts dieser Reaktion rechnet Jefferies-Experte Dickerson mit einem intensiven und langwierigen Lobbying-Prozess.
Da keine der regulatorischen Ănderungen vor 2027 in Kraft treten dĂŒrfte, hĂ€lt die Bank an den Zielen fĂŒr das nĂ€chste Jahr fest: Bis Ende 2026 will sie eine bereinigte Rendite auf das Kernkapital von rund 15 Prozent und ein Kosten-Ertrags-VerhĂ€ltnis auf unter 70 Prozent erreichen. Man werde die lĂ€ngerfristigen Renditeziele aktualisieren, sobald mehr Klarheit ĂŒber den Zeitpunkt möglicher Ănderungen bestehe, hieĂ es weiter.

