Trump-Xi-Treffen beginnt mit Warnung wegen Taiwan
14.05.2026 - 08:26:55 | dpa.deSollte die Taiwan-Frage schlecht gehandhabt werden, kĂ€me es zu Spannungen oder sogar Konflikten zwischen beiden LĂ€ndern, sagte Chinas Staatschef Xi Jinping nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua. Dies könnte die Beziehungen zwischen China und den USA in eine "Ă€uĂerst gefĂ€hrliche Lage bringen", sagte er.
Xi betonte, dass der Umgang mit Taiwan die wichtigste Frage in den US-China-Beziehungen sei. Bei guter Handhabung könne dieses Thema auch die StabilitÀt zwischen beiden LÀndern wahren, sagte er.
Ob und was Trump auf Xis ĂuĂerungen entgegnete, war zunĂ€chst nicht bekannt. Die USA spielen in Bezug auf Taiwan eine wichtige Rolle - unter anderem, weil sie trotz groĂer Kritik Pekings Taiwan mit Waffen beliefern. Der von China fĂŒr sich beanspruchte Inselstaat wird seit Jahrzehnten unabhĂ€ngig und demokratisch regiert.
Lob von Trump fĂŒr Xi
Die beiden gröĂten Volkswirtschaften der Welt befinden sich in einem erbitterten Handelskonflikt. Gastgeber Xi sagte, er sei ĂŒberzeugt, dass die gemeinsamen Interessen zwischen den USA und China gröĂer seien als die Differenzen. Der jeweilige Erfolg beider LĂ€nder sei fĂŒr das andere eine Chance, sagte Xi.
Nach einem Empfang mit militĂ€rischen Ehren hatte Trump Xi am Morgen ausdrĂŒcklich gelobt. Trump, der China im vergangenen Jahr noch mit horrenden Zöllen gedroht hatte, sagte zu Beginn des GesprĂ€chs mit Xi, die USA und China hĂ€tten eine "fantastische" gemeinsame Zukunft. Der US-PrĂ€sident lobte den Gastgeber als "groĂartige FĂŒhrungspersönlichkeit". "Manchmal mögen Leute das nicht, wenn ich das sage, aber ich sage es trotzdem, weil es wahr ist", sagte Trump weiter. "Es ist eine Ehre, Ihr Freund zu sein."
Erste Unterredung rund zwei Stunden lang
Das erste GesprĂ€ch zwischen Trump und Xi dauerte nach Angaben von US-Journalisten rund zwei Stunden. Laut chinesischen Staatsmedien traf Xi im Anschluss hochrangige Wirtschaftsvertreter aus den USA, die mit Trump nach Peking gereist waren. Xi erklĂ€rte demnach, die offenen TĂŒren Chinas wĂŒrden sich weiter öffnen. China begrĂŒĂe eine verstĂ€rkte Zusammenarbeit mit den USA.
Der US-PrĂ€sident wurde von einer groĂen Wirtschaftsdelegation begleitet, darunter Tech-MilliardĂ€r Elon Musk und Apple-Chef Tim Cook. Auch der Chef des Chipherstellers Nvidia, Jensen Huang, war dabei. Die von dem Unternehmen produzierten Halbleiter gelten als besonders wichtig fĂŒr die Entwicklung KĂŒnstlicher Intelligenz.
Erwartet wurde, dass auch der Iran-Krieg Thema der Unterredungen sein wird. Die USA erhoffen sich Hilfe von China bei der Sicherung der fĂŒr den Ăl- und FlĂŒssiggastransport wichtigen StraĂe von Hormus. China ist normalerweise der gröĂte Abnehmer iranischen Ăls.
Xi: Partner und nicht Gegner sein
Xi sagte, stabile chinesisch-amerikanische Beziehungen seien "gut fĂŒr die Welt". Beide Seiten sollten Partner und nicht Gegner sein. Er warf auch die Frage auf, ob China und die USA ein "neues Modell fĂŒr die Beziehungen zwischen GroĂmĂ€chten" schaffen könnten. Dabei stellte Xi das VerhĂ€ltnis beider LĂ€nder in den Kontext einer möglichen gefĂ€hrlichen RivalitĂ€t: Er sprach die nach einem Historiker der griechischen Antike benannte "Thukydides-Falle" an. Damit ist die Gefahr gemeint, dass eine aufstrebende Macht und eine etablierte FĂŒhrungsmacht in eine gefĂ€hrliche Konfrontation geraten.
Xi hatte Trump zu Beginn des Treffens mit militĂ€rischen Ehren an der GroĂen Halle des Volkes im Herzen der chinesischen Hauptstadt empfangen. Beide schĂŒttelten sich lĂ€nger die Hand. Trump applaudierte zudem Kindern, die hĂŒpfend und jubelnd kleine US-Flaggen und Blumen in die Höhen streckten. Trumps sagte spĂ€ter, dass er die Kinder "groĂartig" gefunden habe.
Trump und Xi hatten sich zuletzt Ende Oktober im Vorfeld eines Gipfeltreffens in SĂŒdkorea getroffen und dort eine Pause im laufenden Zollstreit vereinbart.
Am Abend will Xi den US-PrĂ€sidenten zu einem Staatsbankett empfangen. Morgen reist Trump wieder zurĂŒck.
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