Merz in Israel: Hoffnung auf nÀchste Phase im Gaza-Plan
07.12.2025 - 12:15:44"Ich komme zu einem Zeitpunkt nach Israel, der komplizierter kaum sein könnte", sagte Merz in Jerusalem bei einem Treffen mit dem israelischen StaatsprÀsident Izchak Herzog. Deutschland stehe bis heute fest an der Seite Israels, "insbesondere nach dem schrecklichen Massaker (der Hamas) am 7. Oktober 2023." Deutschland werde "immer an der Seite dieses Landes stehen".
Gleichzeitig sagte Merz, das Vorgehen der israelischen Armee im Gaza-Krieg habe Deutschland "vor einige Dilemmata gestellt". Darauf habe man reagiert, sagte er offenbar mit Blick auf die vorĂŒbergehende EinschrĂ€nkung von Waffenlieferungen nach Israel. "Wir haben aber auch gesehen, dass wir bis heute im Grundsatz keinerlei Differenzen haben", sagte Merz. "Israel hat das Recht, sich selbst zu verteidigen."
Hoffnung auf Beginn der zweiten Phase des Gaza-Plans
Mit Blick auf den Gaza-Plan des US-PrĂ€sidenten Donald Trump sagte Merz: "Wir hoffen nun, dass dieser Friedensprozess in die nĂ€chste Phase eintreten kann und insbesondere, dass es gelingt, die Hamas zu entwaffnen, denn dieser Krieg geht ausschlieĂlich von der Hamas aus." Wenn die islamistische Terrororganisation Hamas ihre Waffen niederlege, "dann gibt es eine Zukunft fĂŒr die Region, gibt es eine Zukunft auch fĂŒr Gaza". Er bekrĂ€ftigte das Ziel einer Zweistaatenlösung in Nahost. Damit ist gemeint, dass Israel und ein unabhĂ€ngiger PalĂ€stinenserstaat friedlich Seite an Seite existieren.
Herzog spricht von "neuem Horizont" fĂŒr Menschen in der Region
Israels PrĂ€sident Herzog drĂŒckte die Hoffnung aus, dass der Gaza-Plan einen neuen Horizont fĂŒr die Menschen in Gaza und Israel bedeute sowie fĂŒr die arabischen Nachbarstaaten. Deutschland könne dabei eine wichtige Rolle spielen.
Zur Stationierung des Raketenabwehrsystems Arrow 3 in Deutschland sagte Herzog: "Dass Deutschland in Europa mit einem israelischen Produkt verteidigt wird, ist einzigartig und sehr bewegend und wichtig."
Merz bekrÀftigt enge Verbundenheit
In das GĂ€stebuch im PrĂ€sidentenamt in Jerusalem schrieb Merz: "Die Freundschaft zwischen Deutschland und Israel ist ein groĂer Schatz." Acht Jahrzehnte nach der Schoah bleibe es "unsere Verantwortung, das Band zwischen unseren LĂ€ndern von Generation zu Generation neu zu stĂ€rken". Merz schrieb weiter: "Aus tiefer Ăberzeugung bin ich bereit, gemeinsam mit Ihnen meinen Teil zu dieser Verantwortung zu leisten." FĂŒr die enge Verbundenheit mit PrĂ€sident Herzog sei er "zutiefst dankbar".
Merz war vor dem Besuch in Israel nach Jordanien gereist und hatte dort auf Fortschritte im Nahost-Friedensprozess gedrÀngt. Am Sonntag ist ein Treffen mit MinisterprÀsident Benjamin Netanjahu geplant.

