Wehrdienst zum Erfolg fĂŒhren
02.01.2026 - 11:31:07Das Vorhaben sei entscheidend fĂŒr die Einsatzbereitschaft, den Aufwuchs und die DurchhaltefĂ€higkeit der StreitkrĂ€fte, schreibt der SPD-Politiker zusammen mit Generalinspekteur Carsten Breuer an die Truppe.
"Er ist ein zentraler Baustein fĂŒr die ZukunftsfĂ€higkeit unserer Bundeswehr und fĂŒr die Sicherheit unseres Landes", heiĂt es in dem Tagesbefehl, der der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt.
Das Gesetz fĂŒr den neuen Wehrdienst ist am 1. Januar in Kraft getreten. Deutschland reagiert damit auf die Bedrohung durch Russland und die in der Folge geĂ€nderten Nato-Ziele. So soll die stehende Truppe von zuletzt mehr als 180.000 MĂ€nnern und Frauen um 80.000 auf 260.000 aktive Soldaten wachsen. Zudem soll es 200.000 MĂ€nner und Frauen in der Reserve geben.
In den nÀchsten Monaten die ersten Freiwilligen
"700.000 Frauen und MĂ€nner ab dem Geburtsjahrgang 2008 erhalten in diesen Tagen einen Fragebogen", schreiben Pistorius und Breuer. Der Fragebogen solle Eignung und Bereitschaft fĂŒr den neuen Wehrdienst erfassen. "Bereits in den darauffolgenden Monaten werden die ersten Freiwilligen ihren Dienst antreten", heiĂt es in dem Tagesbefehl weiter.
Die gemeinsame Aufgabe sei: aufnehmen, ausbilden, einbinden. Der Erfolg des Wehrdienstes werde sich nicht auf dem Papier, sondern im Alltag der Truppe entscheiden. "Wer junge Menschen gewinnen will, muss sie ernst nehmen. Wer Leistung fordert, muss Sinn vermitteln", lautet die Aufforderung.
Der Dienst solle interessant und fordernd gestaltet werden - und so, dass sich viele Wehrdienstleistende lÀnger verpflichten. "Der neue Wehrdienst braucht eine Bundeswehr, die geschlossen hinter ihm steht", schreiben Pistorius und Breuer.
Sie verweisen dabei auch darauf, dass einige Voraussetzungen dafĂŒr vielerorts erst noch geschaffen werden mĂŒssen: "Wir brauchen mehr Infrastruktur, mehr AusrĂŒstung, zusĂ€tzliche UnterkĂŒnfte und leistungsfĂ€hige Musterungszentren. All das treiben wir bereits seit Monaten voran und werden es weiter tun, um den Neuen Wehrdienst auf ein belastbares und attraktives Fundament zu stellen."
Im Januar kommt Post vom Bund
Mit dem neuen Wehrdienst wird auch eine Wehrerfassung wieder eingefĂŒhrt. Alle MĂ€nner und Frauen, dass vom 1. Januar an volljĂ€hrig werden, erhalten in einem ersten Schritt den Fragebogen, um Eignung und ihre Motivation fĂŒr die Bundeswehr zu erheben.
Junge MĂ€nner mĂŒssen diesen verpflichtend ausfĂŒllen, denn nach dem Grundgesetz ist eine Wehrpflicht nur fĂŒr MĂ€nner möglich. Junge Frauen können den Fragebogen freiwillig abgeben. Die Bundeswehr versucht seit Jahren, den Anteil von Frauen in den StreitkrĂ€ften zu erhöhen.
Um die Frage, ob das neue Dienstmodell vor allem auf zusÀtzliche Anreize und Freiwilligkeit setzen sollte, hatte es lange politische Diskussion und zuletzt auch noch ein Ringen in der Koalition aus Union und SPD gegeben. Die SPD pochte auf Freiwilligkeit, wÀhrend aus der Union wiederholt offene Zweifel laut wurden.
Der Streit wurde mit einem Kompromiss beigelegt. Zu diesem gehört auch, dass fĂŒr die VergröĂerung der Bundeswehr ("Aufwuchs") Zielkorridore vereinbart wurden. Alle sechs Monate soll das Verteidigungsministerium darlegen, ob die PlĂ€ne noch im Ziel liegen. Sollte das nicht der Fall sein, kann der Bundestag ĂŒber eine sogenannte Bedarfswehrpflicht entscheiden.

