Flugsicherung: Vermeiden von Kondensstreifen nicht so einfach
02.02.2026 - 15:32:08Es seien weitere Untersuchungen notwendig, teilte das bundeseigene Unternehmen nach Abschluss des vom Bund geförderten Forschungsprojekts D-KULT mit. Darin wurde untersucht, wie effektiv Luftmassen umflogen werden können, in denen sich besonders langlebige Streifen bilden.
Kondensstreifen gelten als klimaschĂ€dlich, weil sie wie kĂŒnstliche Wolken wirken und erheblich zur ErderwĂ€rmung beitragen. Sie bilden sich, wenn Wasserdampf aus Flugzeugtriebwerken auf kalte Luft trifft und zu Eiskristallen kondensiert. Diese Eiskristalle hĂ€ngen sich an RuĂpartikel, die ebenfalls von den Turbinen ausgestoĂen werden. Besonders langlebig sind diese Streifen bei niedrigen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit.
Mehrarbeit fĂŒr Lotsen
Als nicht praktikabel habe sich erwiesen, die Flugzeuge wĂ€hrend des Fluges um entsprechende Luftmassen herumzuleiten, teilte die DFS mit. Diese "rein taktischen" Umleitungen hĂ€tten erhebliche Mehrarbeit fĂŒr die Lotsen und KapazitĂ€tsverluste zwischen 20 und 60 Prozent im Luftraum mit sich gebracht.
Vielversprechender seien AnsĂ€tze zur strategischen Vermeidung durch klima-optimierte FlugplĂ€ne. Bei 100 TestflĂŒgen seien entsprechende Gebiete umflogen worden. Planung und DurchfĂŒhrung der FlĂŒge seien aber sehr aufwĂ€ndig gewesen, sodass sie bislang nicht auf den Regelbetrieb ĂŒbertragbar seien.
Die Auswirkungen der Umwege auf Treibstoffverbrauch und Klimabilanz wĂŒrden derzeit noch vom Deutschen Zentrums fĂŒr Luft- und Raumfahrt (DLR) ausgewertet. Erste Berechnungen zeigten zwar Potenzial fĂŒr positive Klimawirkungen, hĂ€tten aber gleichzeitig neue Fragen aufgeworfen. Zudem seien die zugrunde liegenden Wetter- und Klimadaten weniger robust als erwartet gewesen.

