Merck KGaA steigert Umsatz - Halbleiterbereich und Pharma stĂŒtzen
01.08.2024 - 11:53:16 | dpa.deInsbesondere mit Krebsmedikamenten konnte Merck zulegen, wie das Unternehmen am Donnerstag bei der Bekanntgabe der detaillierten Quartalszahlen mitteilte. In den Monaten April bis Juni stieg der Umsatz - wie bereits seit Ende vergangener Woche bekannt - um ein Prozent auf gut 5,3 Milliarden Euro. An der Börse kamen die Details gut an. Das Papier gehörte am zu den wenigen Gewinnern im Dax DE0008469008.
Das Unternehmen profitierte in seiner Elektroniksparte von einer Erholung bei Halbleitermaterialien fĂŒr Anwendungen im boomenden GeschĂ€ft mit KĂŒnstlicher Intelligenz - die UmsĂ€tze im Bereich Halbleiterlösungen stiegen prozentual zweistellig. UmsatzrĂŒckgĂ€nge musste Merck dagegen erneut im GeschĂ€ft mit Laborbedarf verkraften, wo sich Kunden nach dem Ende des Corona-Booms mit Bestellungen zurĂŒckhalten und LagerbestĂ€nde abbauen.
Analyst Matthew Weston von der Schweizer Bank UBS machte allerdings Signale aus, die auf eine Erholung in der Sparte Life Science - also des LaborbedarfgeschĂ€fts -hindeuteten. Hier sei der Auftragseingang gestiegen. Ăhnlich sah es Richard Vosser von JPMorgan, der den im Vergleich zum ersten Quartal gestiegenen Auftragseingang in dieser Sparte als Anlass zur Zuversicht wertete.
Insgesamt sank der bereinigte Betriebsgewinn (Ebitda pre) - wie ebenfalls schon seit ein paar Tagen bekannt - um 2,9 Prozent auf rund 1,5 Milliarden Euro. Unter dem Strich erzielte Merck einen Gewinn von 605 Millionen Euro - 14,3 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Hier belastete eine RĂŒckstellung, da zuletzt ein Arznei-HoffnungstrĂ€ger gegen Krebs in klinischen Studien gescheitert war.
"Wir haben angekĂŒndigt, 2024 Schritt fĂŒr Schritt zu organischem Wachstum zurĂŒckzukehren. Das zweite Quartal belegt, dass wir auf diesem Weg gut vorankommen", sagte Merck-Chefin BelĂ©n Garijo.
Nach einem Boom rund um Impfstoffe in der Corona-Pandemie hatte Merck zuletzt mit viel Gegenwind zu kÀmpfen. Neben der Flaute im LaborgeschÀft belastete noch eine gedÀmpfte Nachfrage nach Halbleitermaterialien.
KĂŒrzlich hatte Merck sich aber etwas optimistischer gezeigt und seine Ziele fĂŒr das laufende leicht Jahr angehoben. So soll der Umsatz zwischen 20,7 und 22,1 Milliarden Euro liegen. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda pre) soll bei 5,8 bis 6,4 Milliarden Euro landen.
Der Aktienkurs war daraufhin zu Beginn der laufenden Woche nach oben geschnellt und hatte die im Juni nach dem Studienflop aufgerissene KurslĂŒcke geschlossen. Am Donnerstag setzten die Papiere ihre jĂŒngste Erholung mit einem Kursplus von einem Prozent auf 167,45 Euro fort.
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