Aardvark Therapeutics Aktie: Oppenheimer stuft auf Perform ab
Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 15:18 Uhr | Redaktion boerse-global.deOppenheimer hat Aardvark Therapeutics gestern von „Outperform“ auf „Perform“ herabgestuft und das Kursziel von 21 US-Dollar gestrichen. Ausschlaggebend ist die begrenzte Aussagekraft der jüngsten Studiendaten zu ARD-101. Die heutige vorbörsliche Erholung um 13% ändert nichts an der zentralen Herausforderung: Ein möglicher Nutzen muss in einer überarbeiteten klinischen Prüfung belastbarer belegt werden.
Hinweise auf Wirkung reichen nicht aus
Nach Aufhebung des klinischen Stopps durch die FDA veröffentlichte Aardvark explorative Ergebnisse aus der vorzeitig beendeten Phase-3-Studie HERO und ihrer offenen Verlängerungsstudie. Untersucht wurde ARD-101 beim Prader-Willi-Syndrom. Oppenheimer erkennt darin Hinweise auf eine mögliche Wirkung gegen Hyperphagie, bewertet diese aber lediglich als hypothesengenerierend.
Diese Unterscheidung ist für Anleger entscheidend. Die Analysten verwerfen einen möglichen therapeutischen Nutzen nicht. Sie sehen in den Ergebnissen jedoch keinen ausreichenden Wirksamkeitsnachweis. Die vorzeitige Beendigung der Studie und der explorative Charakter der Auswertung begrenzen damit die Grundlage für eine positive Bewertung.
Auch die kardialen Sicherheitsdaten beeinflussen den weiteren Entwicklungsweg. Laut Oppenheimer stützen sie eine Weiterentwicklung mit niedrigeren Dosierungen als dem bisherigen Phase-3-Ziel von 800 mg zweimal täglich. Die nächste Prüfung soll damit nicht einfach das bisherige Dosierungskonzept fortsetzen.
Für die Bewertung stehen folglich zwei Fragen nebeneinander: Lässt sich der mögliche Effekt bestätigen, und mit welcher Dosierung kann Aardvark die Entwicklung weiterführen? Die Aufhebung des klinischen Stopps allein beantwortet diese Fragen nicht.
Neues Studiendesign als nächster Prüfstein
Aardvark plant ein Gespräch mit der FDA über ein überarbeitetes Phase-3-Design. Das Unternehmen erwartet, die klinischen Aktivitäten beim Prader-Willi-Syndrom 2027 wieder aufzunehmen. Das ist eine Erwartung des Unternehmens, keine bereits erfolgte Wiederaufnahme.
Der nächste wichtige Schritt liegt somit in der Abstimmung des neuen Prüfkonzepts. Für Anleger rückt weniger die bloße Fortsetzung des Programms in den Mittelpunkt als die Frage, wie eine neue Studie die bisherigen Unsicherheiten aufgreift.
H.C. Wainwright bleibt ebenfalls zurückhaltend: Das Haus bestätigte „Neutral“ und senkte sein Kursziel von 4 auf 2 US-Dollar.
Beide Analystenentscheidungen unterstreichen die vorsichtige Einordnung der klinischen Perspektiven. Oppenheimer erkennt zwar einen möglichen Wirkungsansatz, zieht daraus aber keine positive Anlageempfehlung mehr. Für eine Neubewertung braucht Aardvark damit vor allem belastbarere klinische Evidenz – nicht lediglich die Möglichkeit, die Entwicklung fortzusetzen.
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