ABB Aktie: Vale-Allianz steigert Produktivität um 25 Prozent
Veröffentlicht am: 12.08.2026 um 13:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Schweizer Industriekonzern ABB hat seinen strategischen Fokus auf die digitale Transformation schwerer Industrien mit zwei bedeutenden Erfolgen untermauert.
Wie das Unternehmen und Medienberichte am heutigen Mittwoch bestätigten, schloss der Konzern eine weitreichende Partnerschaft mit dem brasilianischen Bergbau-Riesen Vale ab, um die Eisenerzproduktion mittels Künstlicher Intelligenz (KI) und Automatisierung zu optimieren.
Zeitgleich sicherte sich die Sparte für Marinetechnik einen Auftrag zur Ausstattung eines spezialisierten Transportschiffs für den Offshore-Windsektor.
KI-Integration im brasilianischen Bergbau
Die Zusammenarbeit mit Vale folgt auf ein erfolgreiches Pilotprojekt in der Anlage Conceição II in Brasilien, das bereits signifikante Effizienzsteigerungen lieferte. Seit 2024 konnten dort durch den Einsatz von ABB-Technologien die Produktivität um 25 Prozent gesteigert und die Produktion von Premium-Erz um 40 Prozent erhöht werden.
Gleichzeitig sanken die Eisenverluste im Prozess um 26 Prozent. Das Pilotprojekt, in das rund 200 Millionen Real investiert wurden, bildet nun die Basis für eine Ausweitung auf weitere Standorte.
In der Modell-Anlage Conceição II werden bereits über 400 Variablen überwacht und mehr als 7.300 Geräte sowie 100 Kameras automatisiert gesteuert. Ziel der nun vereinbarten Allianz ist es, diese IT/OT-Lösungen (Information Technology/Operational Technology) flächendeckend einzusetzen.
Für das Jahr 2026 plant Vale eine Steigerung der Kapazität auf 11,2 Millionen Tonnen, nachdem die Produktion im Jahr 2024 noch bei 9 Millionen Tonnen gelegen hatte. Eine Expansion der Systeme in das Werk Brucutu ist bis Anfang 2027 vorgesehen.
Technologische Führerschaft in der Offshore-Logistik
Parallel zur Expansion im Bergbausektor verbuchte ABB gestern einen Erfolg im maritimen Bereich. Das Unternehmen wurde von Guangzhou Shipyard International (GSI) beauftragt, das Antriebssystem für das neue Schwerlast-Transportschiff „Grand Tour“ der Reederei Allseas zu liefern. Das 229,9 Meter lange Schiff mit einer Tragfähigkeit von 73.000 Tonnen ist speziell für den Transport von Konverterstationen für TenneT-Offshore-Windprojekte mit einer Leistung von 2 Gigawatt konzipiert.
Der Lieferumfang umfasst vier Azipod-Antriebseinheiten mit einer Leistung von jeweils 3,5 Megawatt, was einer Gesamtkraft von 14 Megawatt entspricht. Zusätzlich integriert ABB ein geschlossenes Stromnetzsystem sowie Fernüberwachungslösungen zur Optimierung des Betriebs.
Die Auslieferung des Schiffes ist für das erste Quartal 2028 geplant. Dieser Auftrag unterstreicht die wachsende Bedeutung der ABB-Antriebstechnologie für die Energiewende und den Ausbau erneuerbarer Energien auf hoher See.
An der Börse wird die operative Entwicklung des Konzerns derzeit positiv gewürdigt. Die ABB-Aktie notiert am heutigen Mittwoch bei 89,56 € und verzeichnete damit ein Plus von 1,17 %. Damit setzt das Papier seinen langfristigen Aufwärtstrend fort; seit Jahresbeginn steht eine Performance von 40,42 % zu Buche.
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