Acadia Aktie: Kehrtwende nach Fehlstart
Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 01:08 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Vor drei Monaten hatte Acadia noch enttäuscht, verfehlte die Erwartungen deutlich. Jetzt liefert das Biotech-Unternehmen einen Wachstumsschub, der die Anleger sichtlich überzeugt.
Im zweiten Quartal 2026 setzte Acadia 308 Millionen Dollar um, ein Plus von 17 Prozent auf bereinigter Basis und rund 4,1 Prozent über der Analystenerwartung von 295,88 Millionen Dollar. Die Aktie reagierte prompt: Sie legte im regulären Handel um 6,33 Prozent auf 27,23 Dollar zu und kletterte nachbörslich weiter Richtung 27,50 Dollar — nahe am 52-Wochen-Hoch von 28,35 Dollar.
DAYBUE als Wachstumstreiber
Den größten Anteil am Umsatzsprung lieferte DAYBUE, das Mittel gegen Rett-Syndrom. Die Nettoerlöse stiegen um 30 Prozent auf 124,8 Millionen Dollar, getragen fast ausschließlich von Mengenwachstum statt Preiserhöhungen. Die neue Pulverformulierung DAYBUE STIX übertraf die Erwartungen: Rund 40 Prozent aller US-Patienten nutzen sie bereits.
NUPLAZID, das Parkinson-Psychose-Präparat, wuchs bereinigt um 10 Prozent auf 183,2 Millionen Dollar — die höchste Zahl an Neuverordnungen seit dem ersten Quartal 2018. Der Gewinn je Aktie stieg auf 0,18 Dollar nach 0,16 Dollar im Vorjahresquartal, bei einer Kassenposition von 956,5 Millionen Dollar.
Auf Basis dieser Dynamik hob Acadia die Jahresprognose für DAYBUE auf 480 bis 510 Millionen Dollar an, von zuvor 460 bis 490 Millionen Dollar. Die NUPLAZID-Prognose bleibt bei 760 bis 790 Millionen Dollar bestehen, die Gesamtumsatzprognose steigt auf 1,24 bis 1,30 Milliarden Dollar. Parallel dazu senkte das Unternehmen die R&D-Kostenprognose auf 355 bis 380 Millionen Dollar — laut Management eine Folge von Timing-Effekten bei einem Geschäftsentwicklungsmeilenstein, nicht von Kürzungen bei der Kernforschung.
Der Blick richtet sich auf Remlifanserin
Trotz der starken Zahlen dreht sich die eigentliche Investmentstory um ein noch unbewiesenes Molekül. Remlifanserin, ein Wirkstoffkandidat gegen Psychosen bei Alzheimer-Demenz, hat die Rekrutierung für die Phase-2-Studie RADIANT abgeschlossen. Topline-Daten werden zwischen September und Oktober erwartet, die FDA hat dem Programm bereits eine Fast-Track-Einstufung erteilt.
CEO Catherine Owen Adams bezeichnete das Molekül als potenziell "transformativ" und bezifferte das Spitzenumsatzpotenzial auf vier Milliarden Dollar über die Indikationen Alzheimer-Psychose und Lewy-Body-Demenz-Psychose hinweg. Vor den Zahlen hatten Analysten mit einem mittleren Kursziel von 32,95 Dollar bei überwiegend positiven Einschätzungen kalkuliert — wobei einzelne Häuser wie Mizuho der Aktie aktuell nur eine Erfolgswahrscheinlichkeit von unter zehn Prozent für das Programm einpreisen.
Auf europäischer Seite hat die CHMP bereits eine positive Empfehlung für DAYBUE ausgesprochen, die finale Entscheidung der EU-Kommission wird bis Ende des dritten Quartals erwartet. Ein Marktstart in Deutschland ist für das frühe vierte Quartal 2026 geplant.
Die Zahlen für das zweite Quartal haben Acadia zurück auf Kurs gebracht. Ob sich das Momentum hält, entscheidet sich mit den RADIANT-Daten im September oder Oktober — dem nach eigener Einschätzung des Managements größten Wertkatalysator des Unternehmens.
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