Adidas Aktie: Brutaler Ausverkauf!
Veröffentlicht am: 04.08.2026 um 16:59 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Starke Umsätze, schwache Margen – bei Adidas prallen gerade zwei Welten aufeinander. Der Sportartikelriese zahlt einen hohen Preis für seine globale Präsenz. Investoren fragen sich nun, ob der Aufwärtstrend unter CEO Bjørn Gulden bereits seinen Zenit erreicht hat.
AUSGANGSLAGE: Teure Tore in Nordamerika
Die jüngste Verkaufswelle traf die Aktionäre hart. Zwar trieb die Fußball-Weltmeisterschaft in Nordamerika den Umsatz kräftig an. Aber die Kosten für diesen Erfolg fielen deutlich höher aus als erwartet. Massive Marketinginvestitionen drückten die operative Marge spürbar.
Die Bank UBS reagierte prompt mit einer Herabstufung. Seit dem 52-Wochen-Hoch hat das Papier rund 18 Prozent an Wert verloren. Aktuell notiert die Aktie bei 161,20 Euro deutlich unter ihrem kurzfristigen Durchschnitt.
DIE ENTSCHEIDENDE FRAGE: Wann greift die Gulden-Strategie?
Anleger stehen vor einem Dilemma. Handelt es sich um eine gesunde Korrektur nach notwendigen Investitionen? Oder markiert der Rücksetzer eine strukturelle Wende? Der Konzern muss beweisen, dass er sportliche Großereignisse in dauerhaften Gewinn verwandeln kann. Marketingbudgets lassen sich nicht ewig auf Rekordniveau halten.
BULLISCHES SZENARIO: Hoffnung auf technische Gegenwehr
Für eine baldige Stabilisierung spricht primär die Charttechnik. Die Aktie nähert sich der strategisch wichtigen 200-Tage-Linie. Diese verläuft aktuell bei 157,86 Euro. Verteidigen die Käufer diese Marke, bleibt der übergeordnete Aufwärtstrend intakt.
Ein technischer Indikator stützt diese Hoffnung. Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt bei 37,6 und nähert sich dem überverkauften Bereich. Fundamental überzeugt weiterhin das Wachstum im Direktvertrieb. Die Marke Adidas bleibt bei den Endverbrauchern offensichtlich begehrt.
BÄRISCHES SZENARIO: Gefahr eines Trendbruchs
Das Risiko für weitere Verluste bleibt real. Sollte die Unterstützung bei 157,86 Euro auf Schlusskursbasis fallen, droht eine Ausweitung der Talfahrt. In diesem Fall rücken deutlich tiefere Kursregionen in das Visier der Verkäufer.
Hinzu kommen externe Faktoren, welche die Lage verschärfen könnten. Steigende Rohstoffpreise und ungünstige Währungseffekte belasten die Bruttomargen. Außerdem drängen spezialisierte Marken aggressiv in das Performance-Segment. Adidas müsste eventuell dauerhaft hohe Summen ausgeben, um Marktanteile zu verteidigen.
AUSBLICK: Weichenstellung im Herbst
In den nächsten Wochen entscheidet sich die Richtung an den charttechnischen Marken. Hält die Bodenbildung, winkt eine Erholung Richtung 158,00 Euro. Parallel dazu bereitet der Konzern einen wichtigen Wechsel im Finanzressort vor.
Birgit Kretschmer rückt im September 2026 in den Vorstand auf. Zum Jahreswechsel soll sie voraussichtlich die Nachfolge von Finanzchef Harm Ohlmeyer antreten. Anleger erhoffen sich von dieser Personalie einen stärkeren Fokus auf die Kosteneffizienz. Der nächste operative Meilenstein folgt im Oktober 2026 mit den Ergebnissen zum dritten Quartal.
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