Airbus, Aktie

Airbus Aktie: 5,4 Milliarden Euro fĂŒr sieben Tanker

Veröffentlicht am: 27.08.2026 um 01:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Airbus verzeichnet neue GroßauftrĂ€ge fĂŒr Tankflugzeuge, wĂ€hrend der unbefristete Streik in Spanien die Produktion wichtiger MilitĂ€rprogramme gefĂ€hrdet.
Silhouettiertes Tankflugzeug am goldenen Himmel als Symbol fĂŒr Luftfahrtindustrie und GroßauftrĂ€ge Illustration mit AI erstellt.

Airbus steckt an diesem Mittwoch in einem Spannungsfeld aus operativem Risiko und kommerziellem RĂŒckenwind. WĂ€hrend der unbefristete Streik in Spanien die Produktion wichtiger MilitĂ€rflugzeuge bedroht, sichert sich der Konzern parallel neue AuftrĂ€ge aus Polen und Saudi-Arabien. Die Aktie notiert bei 206,85 Euro und legt am heutigen Tag um 1,2 Prozent zu.

Streik in Spanien belastet Lieferketten

Die BeschÀftigten von Airbus in Spanien haben den unbefristeten Ausstand am Dienstag wieder aufgenommen, nachdem sie ein Lohnangebot des Managements abgelehnt hatten. Rund 90 Prozent der wahlberechtigten Mitarbeiter beteiligten sich an der Abstimmung. Die Gewerkschaften UGT, CGT und UTIL vertreten etwa 40 Prozent der 14.000 BeschÀftigten an den spanischen Standorten.

Betroffen sind zentrale Programme: der MilitĂ€rtransporter A400M, das leichte Transportflugzeug C295, der Tanker A330 MRTT sowie Arbeiten fĂŒr den Eurofighter. Airbus reagierte mit einem Einstellungsstopp und drohte laut französischen Medienberichten damit, neue Projekte zurĂŒckzuziehen, sollte der Konflikt anhalten.

Die Forderungen der Belegschaft drehen sich um höhere Löhne und den Erhalt von zwei Homeoffice-Tagen pro Woche. FĂŒr Freitag, den 27. August, sind neue VermittlungsgesprĂ€che angesetzt. Der Konzern hĂ€lt an seinem Auslieferungsziel von 870 Jets fest, doch eine anhaltende Unterbrechung der Produktionsströme wĂŒrde die Taktraten empfindlich treffen, wie Les Echos berichtete.

Polen und Spanien bestellen Tankflugzeuge

Auf der Auftragsseite meldete Spaniens Ministerrat am Mittwoch die Freigabe von 5,4 Milliarden Euro fĂŒr eine gemeinsame Beschaffung mit Polen: Insgesamt sieben A330 MRTT-Tankflugzeuge sollen im Rahmen eines siebenjĂ€hrigen Vertrags entstehen, finanziert ĂŒber das EU-Instrument SAFE.

Polen erhĂ€lt bis 2030 mindestens vier Maschinen, Spanien drei weitere. Der polnische Vize-Premierminister Kosiniak-Kamysz bezeichnete den Tanker als unverzichtbar fĂŒr die Integration der F-35-Flotte. Die Endmontage findet in Toulouse statt, die UmrĂŒstung im spanischen Getafe – jenem Standort, der zugleich im Zentrum des Arbeitskonflikts steht.

Saudia bahnt Großauftrag an

Auch im zivilen GeschÀft tut sich etwas: Die Saudia Group unterzeichnete am Dienstag in Paris eine AbsichtserklÀrung mit der Saudi EXIM und Crédit Agricole CIB zur Finanzierung neuer Airbus-Jets.

Die Fluggesellschaft wartet bereits auf 60 A321neo, 13 A321XLR sowie mehrere Boeing-787-Modelle. Bloomberg berichtete zudem ĂŒber GesprĂ€che fĂŒr eine mögliche Bestellung von mindestens 150 weiteren Flugzeugen bei Airbus und Boeing – ein Signal fĂŒr anhaltend hohe Nachfrage aus dem Nahen Osten.

Was das fĂŒr Anleger bedeutet

Der Kurs bewegt sich mit einem Abstand von 5,2 Prozent ĂŒber dem 50-Tage-Durchschnitt von 196,54 Euro in stabilem Terrain, bleibt aber 6,5 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 221,25 Euro aus dem Januar. Die Gemengelage bleibt zweigeteilt: Neue MilliardenauftrĂ€ge aus Polen, Spanien und dem potenziellen Saudia-Deal untermauern die langfristige Nachfrage nach Airbus-Programmen.

Der Streik in Spanien dagegen ist ein kurzfristiges operatives Risiko, dessen Ausgang von den Verhandlungen am Freitag abhĂ€ngt. Anleger dĂŒrften die Entwicklung an den spanischen Standorten in den kommenden Tagen genau verfolgen, da sie direkten Einfluss auf die Auslieferungsziele des Konzerns hat.

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