Alibaba Aktie: 1688 und Alibaba.com verschmelzen
Veröffentlicht am: 09.09.2026 um 09:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Alibaba reagiert auf die veränderten Bedingungen im chinesischen Online-Handel mit einer umfassenden Umstrukturierung seiner B2B-Sparte. Wie am heutigen Mittwoch bekannt wurde, führt der Konzern seine Plattformen 1688 und Alibaba.com in der neuen Geschäftseinheit "Global Wholesale Business" zusammen. Damit reagiert das Unternehmen auf einen spürbaren Rückgang der Erlöse im heimischen E-Commerce-Markt und versucht, Synergien zwischen der inländischen Lieferkette und der internationalen Nachfrage zu heben.
Strategische Neuausrichtung unter neuer Führung
Die Leitung des zusammengeführten Großhandelsgeschäfts übernimmt Zhang Kuo. Der bisherige Verantwortliche für die Plattform 1688, Yu Yong, erhält eine neue Aufgabe innerhalb des Konzerns. Beide Handelsplattformen blicken auf eine über 20-jährige Geschichte zurück und bildeten bislang getrennte Säulen im Alibaba-Imperium. Während 1688 primär den chinesischen B2B-Markt bediente, konzentrierte sich Alibaba.com auf grenzüberschreitende Transaktionen.
Durch die organisatorische Verschmelzung sollen chinesische Fabriken künftig einfacher sowohl inländische als auch ausländische Abnehmer erreichen können. Medienberichten zufolge ordnete Alibaba diese Bereiche bereits im August finanziell der Sparte Global Wholesale zu, vollzieht nun jedoch die operative Integration.
Analysten sehen in diesem Schritt die Chance, die Effizienz zu steigern, warnen jedoch vor Herausforderungen bei der Qualitätskontrolle und der Einhaltung internationaler Compliance-Vorgaben.
Schwächelndes China-Geschäft belastet Kurs
Der Druck auf den Konzern ist hoch, da die jüngsten Geschäftszahlen für das am 30. Juni beendete Quartal eine deutliche Zweiteilung zeigen. Während der Umsatz im globalen Großhandel um 7 Prozent kletterte, verzeichnete das klassische China-E-Commerce-Geschäft im selben Zeitraum einen Umsatzrückgang von 8 Prozent. Insgesamt stiegen die Erlöse im Bereich Alibaba E-Commerce im zweiten Quartal um 4 Prozent auf 205,9 Milliarden CNY.
An der Börse spiegelt sich die Skepsis der Anleger über das schleppende Inlandsgeschäft wider. Die Aktie notiert derzeit bei 96,30 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus damit auf 24 Prozent. Der Wert liegt aktuell rund 41 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch, das im Oktober vergangenen Jahres erreicht wurde.
Konkurrenzkampf und Hoffnungsträger KI
Neben den internen Strukturveränderungen sieht sich Alibaba einem intensiven Wettbewerb gegenüber. Der Konkurrent PDD plant laut Berichten, über einen Zeitraum von drei Jahren rund 100 Milliarden CNY zu investieren, um seine Marktposition zu festigen. Alibaba setzt unterdessen verstärkt auf technologische Innovationen. Das KI-gestützte Arbeitstool Accio verzeichnete zuletzt mehr als 10 Millionen monatlich aktive Nutzer.
Analysten des Hauses Jefferies bevorzugen in diesem Marktumfeld Full-Stack-Cloud-Plattformen wie Alibaba, da diese von der steigenden Nachfrage nach KI-Infrastruktur profitieren könnten. Trotz der strategischen Vorteile der Integration weist der Analyst Zhang Yi auf potenzielle Risiken hin.
Die einheitliche Führung von Inlands- und Auslandsgeschäft könnte Komplikationen bei der Preisgestaltung und der logistischen Abwicklung mit sich bringen. Ob die neue Struktur ausreicht, um die Verluste im chinesischen Kernmarkt nachhaltig auszugleichen, bleibt der zentrale Fokus für die kommenden Quartale.
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