Alibaba Aktie: JPMorgan senkt Kursziel vor Zahlen
Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 02:29 Uhr | Redaktion boerse-global.de
JPMorgan hat heute das Kursziel fĂŒr Alibabas Hongkong-Notierung gesenkt. Die Einstufung âOverweightâ bleibt bestehen. Vor den anstehenden Septemberzahlen reduziert die Bank ihre Gewinnprognosen, hĂ€lt aber an ihrer positiven EinschĂ€tzung fest. Entscheidend ist dabei die Erwartung, dass das Cloud-GeschĂ€ft die Verluste aus KI-Modellen und Anwendungen zunehmend auffangen kann.
Die Anpassung ist damit kein grundsĂ€tzlicher RĂŒckzug aus der Alibaba-Empfehlung. Sie zeigt vielmehr, dass starkes operatives Wachstum und das Ergebnis je Aktie derzeit unterschiedliche Signale liefern. FĂŒr Anleger kommt es deshalb nicht allein auf die Umsatzdynamik an, sondern auch darauf, wie viel davon nach den KI-Ausgaben ĂŒbrig bleibt.
GewinnschÀtzungen fallen niedriger aus
FĂŒr das GeschĂ€ftsjahr 2027 senkt JPMorgan die Prognose fĂŒr den bereinigten Gewinn je Aktie um 9%. Gleichzeitig hebt die Bank ihre SchĂ€tzung fĂŒr das bereinigte EBITDA um 8% an. Die beiden Kennzahlen entwickeln sich in der neuen Analyse somit in entgegengesetzte Richtungen.
Das macht die Kurszielsenkung erklĂ€rungsbedĂŒrftiger als eine pauschale Verschlechterung des operativen Ausblicks. Die Analysten erwarten fĂŒr dieses GeschĂ€ftsjahr mehr EBITDA als zuvor, setzen beim Gewinn je Aktie jedoch vorsichtiger an.
FĂŒr das GeschĂ€ftsjahr 2028 fĂ€llt die Revision einheitlich negativ aus: Die Prognose fĂŒr den bereinigten Gewinn je Aktie sinkt um 10%, die EBITDA-SchĂ€tzung um 4%.
Trotz dieser KĂŒrzungen liegen JPMorgans EBITDA-Erwartungen fĂŒr beide GeschĂ€ftsjahre weiterhin ĂŒber dem Marktkonsens. Das positive Anlageurteil steht damit auf einer weiterhin optimistischeren operativen EinschĂ€tzung als jener des Gesamtmarktes.
Cloud soll KI-Verluste auffangen
FĂŒr die anstehenden Septemberzahlen erwartet JPMorgan ein Cloud-Umsatzwachstum von 53% gegenĂŒber dem Vorjahr und eine Cloud-EBITA-Marge von 12,4%. Dem stehen erwartete Verluste aus KI-Labs und Anwendungen von rund 10 Milliarden Yuan gegenĂŒber.
Die zentrale Annahme der Bank betrifft das Zusammenspiel dieser Bereiche. Ein schnell wachsendes Cloud-GeschÀft soll nicht nur zusÀtzliche Erlöse liefern, sondern auch die Belastung durch den Ausbau von KI-Modellen und Anwendungen wirtschaftlich abfedern.
Im anschlieĂenden Dezemberquartal erwartet JPMorgan Cloud-Wachstum von mehr als 55% und eine Cloud-Marge von ĂŒber 15%. Das kombinierte EBITA aus Cloud und KI soll dann positiv ausfallen.
Diese Entwicklung ist bislang eine Analystenerwartung, kein gemeldetes Ergebnis. Ihre BestĂ€tigung wĂ€re ein wichtiger Beleg dafĂŒr, dass die KI-AktivitĂ€ten nicht dauerhaft allein als Ergebnisbelastung wirken.
Unterschiedliche Erwartungen vor den Zahlen
Die EinschÀtzungen zum Handel fallen nicht einheitlich aus. Schwacher Konsum könnte nach EinschÀtzung von BofA diesen Erlösbereich belasten.
BofA erwartet fĂŒr die anstehenden Septemberzahlen ein Umsatzwachstum von 10% und ein bereinigtes Gruppen-EBITA von 30 Milliarden Yuan. Der Marktkonsens liegt bei 26 Milliarden Yuan.
Auch BofA setzt darauf, dass das Cloud-Ergebnis die KI-Verluste ab dem Dezemberquartal decken kann.
Die Ergebnisveröffentlichung wird zwischen Ende Oktober und Mitte November erwartet. FĂŒr Anleger liegt der PrĂŒfpunkt damit klar: Alibaba muss die erwartete Cloud-Beschleunigung mit besseren Ergebnissen verbinden, wĂ€hrend das HandelsgeschĂ€ft und Quick-Commerce weiter Belastungen liefern. BofA nennt zudem KI-Monetarisierung, Regulierung und Wettbewerb als Risiken.
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