Allianz Aktie: Berenberg erhöht Kursziel auf 684 Euro
Veröffentlicht am: 13.08.2026 um 12:06 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Allianz-Aktie setzt ihre Erholung fort. Nach dem Kursrückgang infolge der Quartalszahlen vom 7. August treiben positive Analystenkommentare das Papier seit dieser Woche wieder nach oben. Der Kurs notiert bei 440,90 Euro und liegt damit nur noch 0,7 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 443,80 Euro.
Rekordergebnis mit Schattenseiten
Der Versicherungskonzern hatte am Freitag ein operatives Rekordergebnis für ein zweites Quartal vorgelegt: 4,874 Milliarden Euro. Allianz betonte, damit einen Bestwert für dieses Quartal erreicht zu haben, und hielt nach Berichten am Jahresziel fest.
Reuters berichtete jedoch, dass der Nettogewinn im zweiten Quartal um 8,7 Prozent zurückging. Als Belastung nannte die Agentur Restrukturierungskosten auf IT-Vermögenswerte. Diese Diskrepanz zwischen operativer Stärke und rückläufigem Nettogewinn hatte die Aktie zunächst unter Druck gebracht.
Analysten reagieren positiv
Die ursprüngliche Studie von Berenberg zu Allianz erschien bereits am 7. August, wenige Stunden nach der Zahlenvorlage. Die Privatbank bestätigte darin ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 684 Euro und verwies auf erwartetes Gewinnwachstum durch Künstliche Intelligenz sowie anhaltende Zuflüsse im Asset Management. Am 10. August bekräftigte Berenberg diese Einschätzung erneut.
Auch RBC äußerte sich am 10. August zu Allianz: Die Bank hob ihr Kursziel auf 450 Euro an, blieb aber bei der neutralen Einstufung „Sector Perform“. Als Begründung nannte RBC das starke zweite Quartal sowie jüngste Zukäufe des Konzerns. Marktbeobachtungen zufolge trugen diese Analystenstimmen zusammen mit weiteren positiven Kommentaren maßgeblich zur Erholung der Aktie nach dem Rückgang vom 7. August bei.
Zukäufe im Asset Management
Parallel zur Berichtssaison trieb Allianz seine Expansionsstrategie voran. Die Fondstochter Allianz Global Investors vereinbarte Anfang August die Übernahme von UOB Asset Management vom singapurischen Verkäufer UOB.
Medienberichten zufolge liegt der Kaufpreis abhängig von Quelle und Währungsdarstellung zwischen rund 430 und 555 Millionen US-Dollar beziehungsweise Singapur-Dollar. RBC führte genau solche Zukäufe als einen Grund für die Anhebung des Kursziels an.
Der Konzern setzt zudem sein laufendes Aktienrückkaufprogramm fort. Zwischen dem 27. und 31. Juli erwarb Allianz nach eigenen Angaben 234.428 eigene Aktien. Seit dem Start des Programms im März summierten sich die Rückkäufe auf gut 4,7 Millionen Aktien – ein Signal an den Markt, dass der Konzern trotz der IT-bedingten Belastungen an seiner Kapitalrückführung festhält.
Ausblick für Anleger
Mit einem Zuwachs von 13 Prozent seit Jahresbeginn und 19 Prozent auf Zwölfmonatssicht zählt Allianz weiterhin zu den stabileren Werten im Versicherungssektor.
Die Kombination aus Rekordergebnis, aktiver Übernahmestrategie und fortlaufenden Rückkäufen liefert den Analysten von Berenberg und RBC unterschiedliche, aber überwiegend konstruktive Argumente – auch wenn der rückläufige Nettogewinn zeigt, dass die Restrukturierung der IT-Landschaft noch nicht abgeschlossen ist.
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