Allwyn, Umsatz

Allwyn: Umsatz springt um 27 Prozent

Veröffentlicht am: 09.09.2026 um 16:27 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Allwyn wächst im zweiten Quartal kräftig, bestätigt die Jahresziele und erhöht zugleich die Kapitalrückführung an seine Aktionäre.

Allwyn steigert Umsatz und EBITDA im zweiten Quartal deutlich
Abstrakte Darstellung einer modernen Glücksspiel- und Unterhaltungsumgebung mit eleganter Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt.

Die Allwyn AG, die nach der Fusion mit dem griechischen Glücksspielriesen OPAP als einer der weltweit größten börsennotierten Lotteriebetreiber agiert, hat im zweiten Quartal 2026 eine deutliche operative Dynamik gezeigt.

Trotz eines volatilen Marktumfelds steigerte das Unternehmen seinen Nettoumsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 27 Prozent auf 1,246 Milliarden Euro. Dieses Wachstum wird maßgeblich durch die Expansion im digitalen Bereich sowie die Integration neuer Geschäftsfelder getrieben.

Wachstum durch Akquisitionen und technologische Transformation

Ein wesentlicher Treiber für das Umsatzplus war der Beitrag des US-Anbieters PrizePicks im Segment Daily Fantasy Sports, der 231 Millionen Euro zum Gesamtergebnis beisteuerte. Auch das bereinigte EBITDA entwickelte sich mit einem Zuwachs von 29 Prozent auf 458 Millionen Euro überdurchschnittlich.

Während das klassische Lotteriegeschäft mit 498 Millionen Euro einen leichten Rückgang von 2 Prozent verzeichnete, konnte der Bereich Sportwetten um 12 Prozent auf 145 Millionen Euro zulegen. Hier profitierte das Unternehmen unter anderem von Großereignissen wie der FIFA-Weltmeisterschaft 2026.

In Großbritannien verzeichnete Allwyn eine verbesserte Rentabilität. Unternehmensangaben zufolge konnte dort die technologische Transformation der National Lottery erfolgreich abgeschlossen werden.

Organisch, also bereinigt um die Effekte aus der PrizePicks-Übernahme und steuerliche Änderungen in Österreich, lag das Nettoumsatzwachstum bei 5 Prozent. Das Management bestätigte zudem die Jahresprognose, die ein Umsatzwachstum im mittleren bis hohen 20-Prozent-Bereich vorsieht.

Fokus auf Aktionärsrendite und Kapitalallokation

Parallel zur operativen Expansion forciert die Konzernführung die Rückführung von Kapital an die Anteilseigner. Für das zweite Quartal wurde eine Zwischendividende von 0,20 Euro pro Aktie genehmigt, womit sich die Gesamtausschüttung für das laufende Jahr bislang auf 1,00 Euro pro Papier beläuft.

Ergänzend dazu läuft ein umfangreiches Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von bis zu 150 Millionen Euro. Bis zum 21. August wurden bereits über 6,5 Millionen Aktien für insgesamt 89 Millionen Euro zurückgekauft.

Die Bilanzstruktur zeigt sich trotz der Zukäufe stabil. Die Nettoverschuldung im Verhältnis zum bereinigten EBITDA der letzten zwölf Monate liegt beim Faktor 3,5. Strategisch setzt Allwyn zudem auf eine weitere Konsolidierung seiner Beteiligungen.

So wurde der Anteil an Next Lotto von 34,65 Prozent auf 42,04 Prozent erhöht. Eine bereits getroffene Vereinbarung sieht vor, diesen Anteil für weitere 16 Millionen Euro auf über 64 Prozent aufzustocken.

Marktbewertung und strategische Ausrichtung

Trotz der positiven operativen Zahlen steht die Aktie an der Börse unter Druck. Seit Jahresbeginn verzeichnet der Wert einen Rückgang von 30 Prozent. Mit einem aktuellen Kurs von 13,03 Euro notiert das Papier zudem rund 13 Prozent unter seinem gleitenden Durchschnitt der letzten 200 Tage. Marktbeobachter führen diese Entwicklung unter anderem auf die Volatilität im US-Geschäft und die Kosten der Technologietransformation zurück.

Um die Marktposition weiter zu stärken, setzt Allwyn auf Produktinnovationen. Für den Start der NFL-Saison im September 2026 plant die Tochter PrizePicks den Launch neuer Wettoptionen, um die aktive Spielerbasis, die zuletzt bereits um 18 Prozent gewachsen ist, weiter auszubauen.

Langfristig soll zudem das Rebranding der OPAP- und PLAY-Läden unter der Marke Allwyn abgeschlossen werden, wobei für die PLAY-Standorte ein Zielhorizont bis Ende 2026 gesetzt ist.

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