Almonty Aktie: 8 Prozent Plus nach Rückkauf-Ankündigung
Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 10:25 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Almonty Industries hat am Montag ein Aktienrückkaufprogramm über bis zu 300 Millionen US-Dollar angekündigt. Der Wolframproduzent will über 36 Monate ab dem 24. August bis zu 14,4 Millionen Aktien zurückkaufen – umgerechnet rund fünf Prozent der zum 14. August ausstehenden Anteile. Die Ankündigung schickte die Aktie nach oben: An der Nasdaq legte das Papier um mehr als acht Prozent zu, binnen einer Woche stehen fast 20 Prozent Plus zu Buche.
Starke Nachfrage, aber teure Bewertung
Der Kursverlauf der vergangenen zwölf Monate ist bemerkenswert: Über diesen Zeitraum summiert sich die Gesamtrendite auf rund 250 Prozent. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von mehr als 85 Prozent zu Buche, nachdem die Aktie zwischenzeitlich zwischen 3,97 und 24,41 US-Dollar geschwankt hat. Der Rückkauf fällt damit in eine Phase, in der Anleger dem Titel bereits erhebliches Vertrauen entgegenbringen.
Diese Dynamik hat allerdings ihren Preis. Beim Kurs von 16,36 US-Dollar liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis bei rund 60,9 – deutlich über dem Branchendurchschnitt von 21,3 und auch über vergleichbaren Werten der Peergroup, die auf etwa 30,2 kommen.
Ein Discounted-Cashflow-Modell weist einen fairen Wert von 40,27 US-Dollar aus, womit die Aktie auf dieser Basis unterbewertet erschiene – zugleich mahnen andere Bewertungsmodelle wie der GF Value von 2,28 US-Dollar zur Vorsicht. Die Spreizung zeigt, wie unterschiedlich Analysten und Bewertungsmodelle den Titel derzeit einordnen.
Operatives Geschäft liefert gemischtes Bild
Die jüngsten Quartalszahlen fügen sich in dieses uneinheitliche Bild. Im zweiten Quartal 2026 erzielte Almonty einen Umsatz von 43,0 Millionen kanadischen Dollar bei einem bereinigten EBITDA von 17,6 Millionen kanadischen Dollar.
Trotz dieser auf den ersten Blick soliden Kopfzahlen geriet die Aktie zeitweise unter Druck, weil Details zur Profitabilität ausblieben. Im ersten Quartal hatte Almonty einen Verlust je Aktie von 0,02 US-Dollar ausgewiesen und damit die Erwartungen verfehlt, während der Umsatz mit 25,40 Millionen US-Dollar die Prognosen übertraf.
Operativ steht der Konzern im Zeichen des Produktionsstarts der Sangdong-Wolframmine in Südkorea, wo im Dezember erste Erzlieferungen erfolgten. Der Rückkauf signalisiert, dass das Management trotz laufender Investitionsphase genügend finanziellen Spielraum sieht, um Kapital an Aktionäre zurückzugeben.
Analysten bleiben mehrheitlich optimistisch
An der Wall Street überwiegt trotz der ambitionierten Bewertung Zuversicht. Oppenheimer und DA Davidson nennen jeweils ein Kursziel von 25 US-Dollar, B. Riley siedelt seine Erwartung bei 23 US-Dollar an. Damit liegen die Zielmarken der Häuser klar über dem aktuellen Kursniveau von 16,36 US-Dollar.
Für Anleger bleibt der Fall zweigeteilt: Der Rückkauf und das operative Wachstum rund um Sangdong sprechen für Vertrauen des Managements in die eigene Zukunft. Gleichzeitig zeigen die Bewertungskennzahlen, dass ein Großteil dieser Erwartungen bereits im Kurs eingepreist ist. Wer investiert, kauft in erster Linie eine Wachstumsgeschichte – nicht ein günstig bewertetes Unternehmen.
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