Almonty Aktie: Wolframpreis steigt auf 3.075 Dollar
Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 19:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Boom bei künstlicher Intelligenz frisst Chips. Und Chips fressen Wolfram. Almonty Industries sieht genau hier ein Problem heranwachsen: Die Nachfrage nach dem Metall wächst schneller, als neue Minen ans Netz gehen können.
CEO Lewis Black brachte es in einer Mitteilung vom 16. August 2026 auf den Punkt: Der KI-Boom hat ein Wolfram-Problem. Das Metall steckt in Halbleitern und Hochleistungscomputern. Ohne Wolfram kein Chip.
Die Preise sprechen eine deutliche Sprache
Die Zahlen zeigen das Ausmaß der Verknappung. Im zweiten Quartal 2026 lag der europäische Durchschnittspreis für Ammoniumparawolframat bei 3.075 US-Dollar pro Metric Ton Unit. Ein Jahr zuvor waren es noch 453 US-Dollar.
Das ist mehr als eine Verzahnfachung innerhalb von zwölf Monaten. Chinas jüngste Exportbeschränkungen verschärfen die Lage zusätzlich. Westliche Tech- und Rüstungskonzerne suchen deshalb händeringend nach Lieferanten außerhalb chinesischer Kontrolle.
Almonty macht sich fit für die USA
Almonty nutzt diese Nachfrage nach "alliierten" Rohstoffquellen für einen strategischen Umbau. Der Konzern verlagert seinen Sitz von Kanada in die USA. Die Aktionäre stimmten dem Schritt mit 99,6 Prozent der Stimmen zu.
Parallel dazu zieht sich Almonty freiwillig von der australischen Börse ASX und der Toronto Stock Exchange zurück. Der Fokus liegt künftig auf dem US-Kapitalmarkt. Das Ziel: sich als heimischer Schlüssellieferant für die amerikanische Verteidigungs- und Technologiebranche zu positionieren.
Kriegskasse gefüllt, Mine läuft an
Für den Umbau hat sich Almonty finanziell abgesichert. Zum 30. Juni 2026 verfügte der Konzern über eine Kassenposition von 1,2 Milliarden kanadischen Dollar. Ende Dezember 2025 waren es noch 268,4 Millionen kanadische Dollar.
Der Sprung geht auf eine überzeichnete Wandelanleihe über 800 Millionen US-Dollar zurück, die im Juni abgeschlossen wurde. Operativ liegt der Schwerpunkt auf der Sangdong-Mine in Südkorea. Die Anlage wechselte im Juli 2026 von der Entwicklungs- in die aktive Verarbeitungsphase und verfügt über einen Erzvorrat von rund 139.700 Tonnen.
Das Projekt soll künftig etwa 20 Prozent der globalen Wolfram-Nachfrage außerhalb Chinas decken. Hinzu kommt eine Wolframoxid-Anlage in Yeongwol, die jährlich 4.000 Tonnen hochreines Wolframoxid für die koreanische Halbleiter- und Batteriebranche liefern soll.
Mit vollen Kassen, anlaufender Produktion und einem fast einstimmigen Aktionärsvotum für die US-Verlagerung positioniert sich Almonty in einem Markt, dessen Preisdynamik im vergangenen Jahr kaum vorhersehbar war.
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