Alnylam Aktie: Neue Daten stĂŒtzen Erstlinien-Anspruch
Veröffentlicht am: 31.08.2026 um 06:56 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Auf dem Kongress der European Society of Cardiology in London hat Alnylam an diesem Wochenende ein umfangreiches Datenpaket zu seinem Amyloidose-Medikament Vutrisiran vorgestellt. Im Zentrum steht eine vorab festgelegte Subgruppenanalyse der Zulassungsstudie HELIOS-B, die zeitgleich im Journal of the American College of Cardiology veröffentlicht wurde. Das Ergebnis dĂŒrfte die Position des PrĂ€parats im Markt fĂŒr Herzamyloidose weiter festigen.
Wirkung unabhÀngig von Vortherapie
Von 654 Patienten in der HELIOS-B-Studie erhielten 259 zu Studienbeginn bereits Tafamidis, das bislang meistverordnete Mittel gegen ATTR-Kardiomyopathie. Die Analyse zeigt: Der Effekt von Vutrisiran auf Sterblichkeit und wiederkehrende Herz-Kreislauf-Ereignisse blieb ĂŒber einen Zeitraum von bis zu 36 Monaten konsistent â unabhĂ€ngig davon, ob Patienten zusĂ€tzlich Tafamidis nahmen oder nicht.
FĂŒr Alnylam ist das ein wichtiges Argument: Das Unternehmen positioniert Vutrisiran, vermarktet unter dem Namen Amvuttra, damit als Erstlinienoption, die sowohl allein als auch in Kombination mit bestehenden Stabilisatoren wirkt.
Eine weitere Auswertung widmete sich der sogenannten intrinsischen KapazitĂ€t, einem Sammelbegriff fĂŒr Beweglichkeit, kognitive FĂ€higkeiten und VitalitĂ€t. Behandelte Patienten zeigten hier einen um 25 Prozent geringeren RĂŒckgang gegenĂŒber Placebo sowie ein um 52 Prozent niedrigeres Risiko einer Verschlechterung.
Bei den Nebenwirkungen fiel die Bilanz fĂŒr Vutrisiran ebenfalls gĂŒnstig aus: Magen-Darm-Beschwerden traten 42 Prozent seltener auf als unter Placebo, Augenerkrankungen 46 Prozent seltener.
Konsistenz ĂŒber Geschlechter hinweg
Eine gepoolte Auswertung von 1.402 Patienten aus vier Phase-3-Studien zu Vutrisiran und dem Ă€lteren Wirkstoff Patisiran bestĂ€tigt zudem, dass der Behandlungseffekt bei Frauen und MĂ€nnern vergleichbar ausfĂ€llt â trotz unterschiedlicher Krankheitsbilder zu Studienbeginn. Das stĂŒtzt die These, dass die RNAi-Plattform breit einsetzbar ist, unabhĂ€ngig von demografischen Unterschieden in der Patientenpopulation.
Parallel dazu prÀsentierte Alnylam neue Zwischenergebnisse zu Zilebesiran, einem in Phase 3 befindlichen Kandidaten gegen unkontrollierten Bluthochdruck, den das Unternehmen gemeinsam mit Roche entwickelt.
In der Phase-2-Studie KARDIA-3 senkte der Wirkstoff bei Patienten mit besonders hohem Ausgangsblutdruck den systolischen Wert stĂ€rker als in der Gesamtpopulation â auch nachts, ein Zeitfenster, das fĂŒr kardiovaskulĂ€re Risiken als besonders relevant gilt. Diese Befunde flieĂen nun in die laufende globale Phase-3-Studie ZENITH ein.
Zilebesiran soll auĂerdem am 17. September im Rahmen von Alnylams zehnter "RNAi Roundtable"-Reihe im Detail vorgestellt werden. Bis dahin bleibt der Fokus auf den ESC-Daten, die das klinische Profil von Vutrisiran ĂŒber verschiedene Behandlungssituationen hinweg untermauern und der laufenden Diskussion um Kombinationstherapien mit TTR-Stabilisatoren neuen Auftrieb geben.
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