Amazon Aktie: AWS übernimmt DuckLabs
Veröffentlicht am: 01.09.2026 um 00:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Amazon forciert den Ausbau seiner Cloud-Sparte Amazon Web Services (AWS) durch eine großangelegte Infrastruktur-Offensive und strategische Zukäufe. Während der Konzern heute eine neue Cloud-Region im Nahen Osten und Investitionen in erneuerbare Energien in Nordeuropa ankündigte, belasten die massiven Investitionskosten für Künstliche Intelligenz die kurzfristige Liquidität. Anleger reagieren skeptisch auf die hohen Kapitalausgaben, was den Aktienkurs am Montag unter Druck setzt.
Massive Expansion in Saudi-Arabien und Übernahme von DuckLabs
Laut Berichten von Benzinga plant AWS den Start einer neuen Cloud-Region in Saudi-Arabien für Dezember 2026. Das Investitionsvolumen soll sich auf mehr als 5,3 Milliarden US-Dollar belaufen. Teil dieser Strategie ist eine Partnerschaft mit HUMAIN, die den Aufbau einer 50-Megawatt-KI-Zone bis zum Jahr 2028 vorsieht.
In diesem Zentrum sollen primär Amazons hauseigene Trainium-Chips eingesetzt werden. Diese regionalen Expansionen sind Teil des Plans, das AWS-Wachstum bis Ende 2026 auf 45 Prozent zu steigern.
Parallel zur regionalen Expansion verstärkt Amazon seine technologische Basis durch Akquisitionen. AWS übernimmt DuckLabs, die Entwickler der analytischen Datenbank DuckDB. Ziel ist es, die Analysefähigkeiten innerhalb der Cloud-Plattform zu verbessern.
Trotz der Übernahme soll DuckDB als Open-Source-Projekt unter der MIT-Lizenz erhalten bleiben. Diese Maßnahmen unterstreichen den Versuch, die Marktführerschaft gegenüber Konkurrenten wie Microsoft und Google zu verteidigen.
Fokus auf Energieversorgung und Nachhaltigkeit in Schweden
Um den enormen Strombedarf der Rechenzentren für KI-Anwendungen zu decken, setzt Amazon verstärkt auf direkte Verträge mit Energieproduzenten. In Schweden wurden heute vier neue Stromabnahmeverträge (PPAs) für Windpark-Projekte mit den Unternehmen Eolus und OX2 unterzeichnet. Die neuen Anlagen bringen eine Leistung von rund 200 Megawatt. Damit steigt die gesamte Kapazität, die Amazon in Schweden kontrahiert hat, auf fast ein Gigawatt an.
Die Energie aus den Windparks soll die AWS-Standorte in Eskilstuna, Katrineholm und Västerås versorgen. Amazon gilt bereits seit dem vergangenen Jahr als größter privater Käufer von erneuerbaren Energien in Schweden. Diese langfristige Absicherung der Energieversorgung gilt als kritischer Faktor, da der Konzern für den Zeitraum 2027 bis 2028 den Einsatz von zwei Millionen Nvidia-Grafikprozessoren (GPUs) plant, deren Betrieb enorme Kapazitäten erfordert.
Analystenstimmen und finanzielle Herausforderungen
Analysten bewerten die langfristigen Aussichten trotz der aktuellen Kostenbelastung überwiegend positiv. Piper Sandler bestätigt heute die Einstufung "Overweight" mit einem Kursziel von 320 US-Dollar. Die Experten verweisen auf das AWS-Wachstum von 37 Prozent im zweiten Quartal 2026, was einem Umsatz von 42,2 Milliarden US-Dollar entspricht. Auch die Analysten von Evercore zeigen sich optimistisch und hoben ihr Ziel zuletzt auf 355 US-Dollar an.
Sorgen bereiten jedoch die rasant steigenden Investitionsausgaben (Capex), die für das Gesamtjahr 2026 auf rund 220 Milliarden US-Dollar geschätzt werden. Diese Ausgaben für Hardware und Rechenzentren führten im zweiten Quartal zu einem negativen freien Cashflow (FCF) von 7,6 Milliarden US-Dollar, nachdem im Vorjahr noch ein Plus von 18,2 Milliarden US-Dollar erzielt worden war.
Zugleich sieht sich das Unternehmen mit einer Klage von Warner Bros. Discovery wegen der Abwerbung einer Führungskraft konfrontiert. Zudem erlaubt die Tochterplattform Twitch den Nutzern ab heute erstmals, der Verwendung ihrer Daten für das Training von KI-Modellen zu widersprechen.
Im heutigen Handel spiegelt sich die Unsicherheit über die hohen Investitionskosten wider. Die Aktie von Amazon notiert bei 222,65 Euro, was einem Rückgang von 3,2 Prozent entspricht. Damit liegt der Wert rund 11 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 249,00 Euro.
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