Amazon, Aktie

Amazon Aktie: Warrants und Wanderarbeiter

Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 20:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Amazon verknüpft Lieferantenoptionen mit Rechenzentrumskäufen und plant über 300.000 Saisonkräfte für das US-Weihnachtsgeschäft.
Amazon.com Inc. (US0231351067) Seattle skyline watercolor with Space Needle and Mount Rainier Illustration mit AI erstellt.

Amazon baut sein Netz an Lieferantenbeteiligungen weiter aus. Der jüngste Deal mit 3M zeigt, wie der Konzern den KI-Ausbau mit Aktienoptionen verknüpft. Parallel dazu stellt Amazon rund um den Berliner Investitionsgipfel seine Personalplanung für das Weihnachtsgeschäft vor.

Optionsschein als nachträglicher Rabatt

3M hat einer Amazon-Tochter einen Warrant auf bis zu 3.162.015 eigene Aktien eingeräumt. Der Ausübungspreis liegt bei 164,89 US-Dollar, die Laufzeit beträgt sieben Jahre. Die Bedingungen gehen aus einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht hervor.

85 Prozent der Papiere werden abhängig von Amazons Zahlungen für optische Konnektivität und andere Rechenzentrumsprodukte unverfallbar. Vollständig erreicht ist dieser Teil erst bei kumulierten Zahlungen von 6 Milliarden US-Dollar. Die übrigen 15 Prozent hängen an Meilensteinen.

Wichtig: Die Schwelle ist keine Kaufzusage. Der Warrant schafft vielmehr einen Anreiz, mehr bei 3M zu bestellen. Wirtschaftlich kann er wie ein Rabatt auf die Einkäufe wirken, sofern die 3M-Aktie über den Ausübungspreis steigt.

Für Amazon-Aktionäre dürfte ein einzelner Deal dieser Größe kaum ins Gewicht fallen. Allerdings ist es kein Einzelfall: Qualcomm und Generac haben Amazon ähnliche Optionen eingeräumt, gekoppelt an Server-Chips beziehungsweise Backup-Generatoren. Zusammen bilden solche Warrants ein Portfolio, dessen Wert am selben Investitionszyklus hängt, den Amazon mit seinen Rechenzentrumsausgaben selbst antreibt.

Mehr Saisonkräfte als der Markt

Amazon will für das Weihnachtsgeschäft in den USA mehr als 300.000 Saisonkräfte einstellen, ein Plus von 20 Prozent zum Vorjahr. Der Einzelhandel insgesamt dürfte dagegen so schwach einstellen wie seit 2008 nicht mehr.

Die Saisonkräfte erhalten durchschnittlich 20 Dollar pro Stunde. Ab dem 1. Januar 2027 erweitert Amazon zudem die Krankenversicherung für Beschäftigte mit mindestens 30 Wochenstunden. Das Unternehmen nimmt damit höhere Personalkosten in Kauf, um die Lieferketten im Spitzengeschäft abzusichern.

Deutschland und der Blick auf Q3

In Berlin kündigte Amazon an, 2027 mehr als 16 Milliarden Euro in Deutschland zu investieren. Davon sollen 4,8 Milliarden Euro in die AWS-Region Frankfurt fließen. Kanzler Merz griff die Zusage als Beispiel für die Erfolge des Gipfels auf. Die Aktie notierte im NASDAQ-Handel zeitweise leicht im Minus bei knapp 262 Dollar.

Der nächste Prüfstein folgt am 29. Oktober mit den Zahlen zum dritten Quartal. Im Mittelpunkt steht das AWS-Wachstum und die Frage, ob sich die auf rund 220 Milliarden Dollar veranschlagten Investitionen des Jahres in Umsatz und Cashflow niederschlagen. Morgan Stanley führt Amazon als Top-Pick und hob das Kursziel von 335 auf 350 Dollar an.

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