AMD, Aktie

AMD Aktie: 10 Milliarden Dollar für Taiwan

Veröffentlicht am: 24.08.2026 um 04:17 Uhr | Redaktion boerse-global.de

AMD steigert Marktanteile bei Server- und Desktop-Prozessoren deutlich und plant über zehn Milliarden Dollar Investitionen in Taiwan bis 2029.

AMD gewinnt Marktanteile bei CPUs und investiert Milliarden in Taiwan
Abstrakte Darstellung einer modernen Halbleiter-Fertigungsanlage mit Fokus auf Hochtechnologie-Infrastruktur. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Halbleiterkonzern AMD baut seine Position gegenüber dem Branchenprimus Intel deutlich aus. Wie neue Marktdaten zeigen, verzeichnete das Unternehmen im zweiten Quartal 2026 massive Zuwächse in allen Kerngeschäften, während es gleichzeitig eine milliardenschwere Investitionsoffensive für die künftige Chip-Produktion in Asien startet.

Massive Anteilsgewinne bei Server- und Desktop-CPUs

Laut aktuellen Daten von Mercury Research konnte AMD seinen Marktanteil bei x86-Prozessoren im Vergleich zum Vorjahr in nahezu allen Segmenten steigern.

Besonders deutlich wird der Vormarsch im lukrativen Server-Markt: Hier kletterte der Anteil der ausgelieferten Einheiten auf 34,5 %, nachdem er im Vorjahreszeitraum noch bei 27,3 % gelegen hatte. Beim Blick auf den erzielten Umsatz im Server-Segment erreicht AMD sogar einen Marktanteil von 46,2 %.

Auch im Privatkundenbereich gewinnt das Unternehmen an Boden. Der Anteil bei Desktop-CPUs stieg auf 34,9 %, während er im Notebook-Sektor nun bei 30,3 % liegt. Während die Auslieferungszahlen bei Intel im Client-Bereich um 8 % sanken, konnte AMD seine Stückzahlen um 34 % steigern.

Diese Entwicklung unterstreicht den anhaltenden Trend, dass Rechenzentrumsbetreiber und Endkunden verstärkt auf die EPYC- und Ryzen-Plattformen setzen, was die Marktdominanz des langjährigen Marktführers Intel zunehmend untergräbt.

Zehn-Milliarden-Investition in Taiwan bis 2029

Um das Wachstum im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) langfristig abzusichern, plant AMD Medienberichten zufolge eine Investition von mehr als 10 Milliarden US-Dollar in Taiwan.

Die Mittel sollen bis zum Jahr 2029 fließen und primär in den Aufbau von Kapazitäten für fortschrittliches Chip-Packaging sowie in die Fertigung von KI-Systemen fließen. Ein zentraler Bestandteil dieser Strategie ist die Zusammenarbeit mit dem Fertigungspartner TSMC, um Engpässe bei komplexen Gehäuseformen für Hochleistungschips zu vermeiden.

Hintergrund dieser massiven Kapitalallokation ist der wachsende Erfolg im Datencenter-Segment. Bereits im zweiten Quartal 2026 stieg der Umsatz in dieser Sparte um 107 % auf 6,7 Milliarden US-Dollar und macht damit rund 58 % des Gesamtumsatzes aus. Das Unternehmen verfolgt das ehrgeizige Ziel, den Umsatz mit Rechenzentrums-Lösungen in den kommenden drei bis fünf Jahren mit einer jährlichen Wachstumsrate von über 60 % zu steigern.

Technologischer Ausblick: 256 Kerne und 2-Nanometer-Fertigung

Parallel zu den Marktanteilsgewinnen treibt AMD die technologische Roadmap voran. Für die kommende Server-Generation "Venice" auf Basis der Zen-6-Architektur plant das Unternehmen Prozessoren mit bis zu 256 Kernen. Diese sollen im fortschrittlichen 2-Nanometer-Verfahren bei TSMC gefertigt werden. Diese neue Fertigungstechnologie verspricht eine Leistungssteigerung von bis zu 15 % bei gleichzeitig um 30 % reduziertem Stromverbrauch gegenüber aktuellen Standards.

Zudem verdichten sich die Hinweise auf die nächste Generation der Notebook-Prozessoren unter dem Codenamen "Medusa". Diese APUs sollen erstmals die neue Zen-6-Architektur mit RDNA-Grafikeinheiten kombinieren und speziell auf KI-Anwendungen optimiert sein. AMD-Chefin Lisa Su prognostizierte zuletzt eine massive Ausweitung des Marktes und erwartet bis zum Jahr 2030 weltweit rund 50 Milliarden aktive KI-Nutzer.

Die Aktie reagierte am Freitag mit einem moderaten Plus von 0,8 % und schloss bei 405,30 €. Damit notiert das Papier aktuell etwa 9,1 % unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 445,82 €. Trotz der Konsolidierung in den letzten Wochen beläuft sich der Kursgewinn seit Jahresbeginn für Anleger auf stolze 120 %.

Am vergangenen Dienstag geriet der Sektor jedoch kurzzeitig unter Druck, als steigende Renditen bei US-Staatsanleihen zu einem branchenweiten Rücksetzer führten, von dem sich die Halbleiterwerte zum Ende der Woche wieder stabilisieren konnten.

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