AMD, Aktie

AMD Aktie: 7,11-Prozent-Einbruch auf 419 Euro

Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 08:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Trotz Rekordumsatz und starkem KI-Geschäft fällt die AMD-Aktie deutlich. Investoren sorgen sich um Margen und die Konkurrenz durch Nvidia.

AMD-Aktie trotz Rekordquartal unter Druck: Kurssturz nach Q2-Zahlen
Abstraktes, atmosphärisches Bild einer modernen Halbleiter-Produktionsstätte in dunklen, kühlen Farbtönen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein Rekordquartal, ein optimistischer Ausblick auf 2027 – und trotzdem ein herber Kursverlust: AMD hat am Dienstag Zahlen vorgelegt, die auf dem Papier keine Wünsche offen lassen. Die Aktie reagierte darauf am Mittwoch mit einem Einbruch von 7,11 Prozent auf 419,00 Euro. Für Anleger stellt sich damit die Frage, ob der Rücksetzer eine Kaufgelegenheit ist oder der Beginn einer überfälligen Korrektur nach der massiven Rally der vergangenen Monate.

Rekordumsatz, aber die Bruttomarge bremst

Im zweiten Quartal 2026 setzte AMD 11,5 Milliarden Dollar um, ein Plus von 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr und ein Bestwert für den Konzern. Treiber war einmal mehr das Data-Center-Geschäft, das sich auf 6,7 Milliarden Dollar mehr als verdoppelte und mittlerweile 58 Prozent des Gesamtumsatzes stellt. Der bereinigte Gewinn je Aktie kletterte auf 1,66 Dollar und übertraf die Konsensschätzung von rund 1,62 Dollar. Das Client-Segment wuchs um 23 Prozent auf 3,1 Milliarden Dollar, während das Gaming-Geschäft um 31 Prozent auf 779 Millionen Dollar einbrach.

Der Knackpunkt für viele Investoren lag jedoch in der Marge: Die bereinigte Bruttomarge verharrte bei 56 Prozent, trotz der massiven Verschiebung des Umsatzmix hin zu Rechenzentren. Gleichzeitig schnellten die Investitionsausgaben auf 808 Millionen Dollar hoch, nahezu eine Verdreifachung gegenüber den 282 Millionen Dollar im Vorjahresquartal. Der freie Mittelzufluss lag bei 1,56 Milliarden Dollar, eine Marge von 14 Prozent.

Guidance reicht der Wall Street nicht

Für das dritte Quartal stellt AMD einen Umsatz von 13 Milliarden Dollar in Aussicht, mit einer Schwankungsbreite von 300 Millionen Dollar nach oben oder unten. Das liegt zwar über dem Analystenkonsens von rund 12,5 Milliarden Dollar, blieb aber offenbar hinter den sogenannten Whisper-Erwartungen des Marktes zurück, die auf eine noch stärkere Beschleunigung der KI-Nachfrage gesetzt hatten. Firmenchefin Lisa Su bekräftigte, das Data-Center-Geschäft solle sich 2027 mehr als verdoppeln, das Server-CPU-Geschäft um über 70 Prozent zulegen und das Wachstum bei KI-Beschleunigern die Marke von 100 Prozent deutlich überschreiten. Laut Bloomberg sprach Su von einem Wachstum, das "well over" 100 Prozent liegen werde.

Verschärft wurde der Ausverkauf durch eine Nachricht abseits der Bilanz: Elon Musk kündigte an, SpaceX werde für sein neues Starmind-Projekt exklusiv auf Nvidia-Chips setzen. Die Ankündigung traf AMD an einem ohnehin nervösen Handelstag und dürfte die Verunsicherung der Anleger über die Wettbewerbsposition im KI-Beschleunigermarkt verstärkt haben.

Kursziele klettern, die Meinungen gehen auseinander

An der Wall Street überwiegt trotz des Kursrutsches der positive Blick nach vorn. Jefferies-Analyst Blayne Curtis hob sein Kursziel von 640 auf 650 Dollar an und bestätigte die Kaufempfehlung; er rechnet für 2027 mit einem Umsatz von mehr als 40 Milliarden Dollar allein aus KI-Grafikprozessoren. Truist-Analyst William Stein erhöhte sein Ziel deutlich von 478 auf 594 Dollar und schraubte seine EPS-Schätzung für 2027 von 10,61 auf 14,49 Dollar nach oben. Weitere Häuser wie Morgan Stanley, Bernstein und KeyBanc zogen nach, mit Kurszielen zwischen 465 und 725 Dollar – KeyBanc markiert damit den optimistischsten Wert im gesamten Analystenfeld. Der Konsens aus 29 Kauf- und 6 Halteempfehlungen ergibt ein durchschnittliches Kursziel von rund 623 Dollar. Vereinzelt bleiben Skeptiker: Ein Analyst mit Strong-Sell-Einstufung verweist auf die stagnierende Marge und wartet auf einen Bewertungsreset, bevor er positiver wird.

Bewertung bleibt ambitioniert

Der Kursrutsch relativiert die extreme Bewertung nur bedingt. Aktuell notiert die Aktie 6,80 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 449,56 Euro und rund 18 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch. Auf Jahressicht steht dennoch ein Kursplus von mehr als 127 Prozent zu Buche – ein Beleg dafür, wie stark der KI-Hype die Aktie zuvor getrieben hatte. Die Investitionsoffensive rund um die Helios-Plattform und die MI450-Serie soll das Wachstum ab dem vierten Quartal weiter beschleunigen, sofern die Nachfrage der Hyperscaler wie angekündigt anzieht. Bis dahin dürfte die Aktie zwischen hohen Erwartungen und der Frage schwanken, wann sich die massiven Investitionen tatsächlich in höheren Margen niederschlagen.

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