AMD Aktie: Su trifft Samsung wegen HBM4
Veröffentlicht am: 07.10.2026 um 08:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Speicherversorgung für neue Beschleunigergeneration
Am heutigen Mittwoch ist AMD-Chefin Lisa Su in Südkorea mit Samsung Electronics zusammengetroffen. Im Zentrum der Gespräche steht eine mögliche Ausweitung der Partnerschaft auf Foundry-Dienstleistungen sowie die Belieferung mit Speicherbausteinen. Samsung gilt als bevorzugter Lieferant von HBM4-Speicher für AMDs kommende Beschleuniger-Generation Instinct MI455X.
Damit zielt AMD auf einen deutlichen Kapazitätsvorsprung vor der Konkurrenz: Nvidias nächste GPU-Generation Rubin ist nach Branchenangaben mit 288 Gigabyte geplant. Eine Vereinbarung über reine Fertigungsdienste bei Samsung ist bislang allerdings noch nicht fest vereinbart, sondern bleibt vorerst eine Option.
Engpässe bremsen die boomende Nachfrage
Der Vorstoß in Südkorea folgt unmittelbar auf Sus Treffen mit Partnern in Taiwan, darunter Foxconn und TSMC. Hintergrund sind Kapazitätsgrenzen in der Halbleiterfertigung. Vor allem hochentwickeltes Packaging sowie modernste Speicherchips bleiben knapp, während die Nachfrage nach Rechenzentrumsprozessoren unvermindert das Angebot übersteigt.
AMD reagiert auf diese Engpässe mit einer weitsichtigeren Beschaffung. Die Kapazitätsplanung mit den Zulieferern wurde von bisher ein bis zwei Jahren auf drei bis fünf Jahre verlängert. Neben der Waferfertigung müssen auch Gehäusetechnologien und Substrate zeitgleich skaliert werden.
Im zweiten Quartal 2026 verdoppelte AMD seinen Rechenzentrumsumsatz auf 6,7 Milliarden US-Dollar. Dieser Bereich steuert mittlerweile knapp 60 Prozent der gesamten Konzernerlöse bei. Der Gesamtumsatz kletterte im selben Zeitraum auf den Rekordwert von 11,54 Milliarden US-Dollar.
Analysten setzen auf wachsende Marktanteile
Analyst Vijay Rakesh von Mizuho sieht insbesondere im Markt für KI-Server weiteres Potenzial. Er stuft die Aktie unverändert mit „Buy“ ein und beziffert das Kursziel auf 705 US-Dollar. Nach Berechnungen von Mizuho könnte der weltweite Markt für agentische Server-CPUs bis 2030 ein Volumen von 80 Milliarden US-Dollar erreichen.
KI-Agenten wie Meta Muse und OpenAI Dots laufen bereits auf EPYC-Server-CPUs von AMD. Da diese Software-Agenten kontinuierlich Rechenleistung abrufen, steigt der Bedarf an Prozessorkernen spürbar an. Dies stärkt AMDs Marktposition gegenüber dem Rivalen Intel im Segment der x86-Serverprozessoren.
An der Börse schloss das Papier gestern bei 576,90 Euro. Mit einem Zuwachs von 213 Prozent seit Jahresanfang spiegelt die Bewertung bereits hohe Erwartungen an die Lieferfähigkeit wider. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch beträgt minus 1,4 Prozent.
Die Marktkapitalisierung hatte vor rund zwei Wochen die Schwelle von einer Billion US-Dollar überschritten, seither legte das Papier um 4,3 Prozent zu. Weitere Einblicke in die operative Entwicklung erwarten Investoren am 3. November 2026. An diesem Tag will AMD die Geschäftszahlen für das dritte Quartal 2026 vorlegen.
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