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AmerisourceBergen Aktie: Walgreens-Volumen wandert ab

Veröffentlicht am: 12.08.2026 um 20:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Cencora verliert Teile des Walgreens-GeschÀfts an Wettbewerber, hÀlt aber an der Jahresprognose fest. Die Aktie fÀllt deutlich.

Cencora-Aktie unter Druck: Walgreens-Anteile wandern zu Rivalen
Moderne Lagerhalle eines Pharma-GroßhĂ€ndlers mit ordentlich gestapelten medizinischen Waren in Regalen. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Ein einzelner Kunde reicht, um eine Aktie ins Rutschen zu bringen. Cencora, wie AmerisourceBergen seit der Umfirmierung heißt, verlor am Mittwoch rund 4,7 Prozent, nachdem der Großhandelskonzern bestĂ€tigt hatte, dass Teile des Walgreens-GeschĂ€fts zu Konkurrenten abwandern.

Volumen fließt ab, Kernvertrag bleibt

Seit dem 1. Juli verlagern sich bestimmte Walgreens-Volumina, die bislang außerhalb des zentralen Liefervertrags abgewickelt wurden, zu anderen Distributoren. Cencora betont, dass der eigentliche Prime-Vendor-Vertrag mit der Apothekenkette davon unberĂŒhrt bleibt und weiterhin den Großteil des GeschĂ€fts abdeckt. Die Nachricht kam per Pflichtmitteilung, unterzeichnet von Finanzchefin Eva Boratto.

Trotzdem reagierte der Markt nervös. Anleger hatten sich offenbar daran gewöhnt, dass Walgreens einen stabilen und bedeutenden Teil des Cencora-GeschĂ€fts ausmacht — jede Verschiebung wird entsprechend genau beobachtet. Die Aktie fiel im Handelsverlauf zeitweise auf 315,13 Dollar, deutlich unter das Jahreshoch von 377,54 Dollar.

Guidance bleibt trotz Gegenwind bestehen

Cencora bekrĂ€ftigte die Gewinnprognose fĂŒr das GeschĂ€ftsjahr 2026 unverĂ€ndert bei 17,75 bis 17,95 Dollar je Aktie auf bereinigter Basis. Der Konzern erklĂ€rte, die Volumenverschiebung sei bereits in der Kommentierung zum vierten Quartal am 5. August berĂŒcksichtigt worden — keine Überraschung also, zumindest aus Unternehmenssicht.

Wells Fargo reagierte mit einer Anhebung des Kursziels von 331 auf 395 Dollar und bestĂ€tigte die Overweight-Einstufung. Diese positive Analystenstimme konnte den Verkaufsdruck jedoch nicht auffangen. ZusĂ€tzlich belastete, dass der scheidende Finanzchef James Cleary die Absicht bekundet hatte, rund 20.000 Aktien zu verĂ€ußern — ein Detail, das bei ohnehin angespannter Stimmung zusĂ€tzliche Vorsicht auslöste.

Der breitere Markt bot an diesem Tag keinen RĂŒckenwind: S&P 500 und Nasdaq legten leicht zu, wĂ€hrend Cencora allein auf sich gestellt abrutschte. Auch bei den Wettbewerbern Cardinal Health und McKesson gab es keine vergleichbaren Meldungen — der Ausverkauf blieb ein spezifisches Cencora-Thema.

Die operative Substanz des Unternehmens bleibt intakt. Erst im dritten Fiskalquartal hatte Cencora mit einem bereinigten Gewinn von 4,48 Dollar je Aktie und einem Umsatz von 84,8 Milliarden Dollar die Erwartungen ĂŒbertroffen, das operative Ergebnis wuchs um 17 Prozent. Ob die bestĂ€tigte Jahresprognose ausreicht, um das Vertrauen der Anleger zurĂŒckzugewinnen, dĂŒrfte sich in den kommenden Wochen an der Kursreaktion zeigen, sobald mehr Details zum tatsĂ€chlichen Umfang der Walgreens-Verschiebung vorliegen.

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