Amneal Aktie: Guidance-Anhebung Nummer zwei
Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 13:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Amneal Pharmaceuticals hat am Donnerstag Zahlen vorgelegt, die deutlich über den Erwartungen lagen — und direkt die zweite Prognoseanhebung des Jahres nachgeschoben. Die Aktie reagierte darauf im vorbörslichen Handel mit einem Kurssprung auf über 20 Dollar, nachdem sie zum Handelsschluss am Vortag bei 19,10 Dollar geschlossen hatte.
Umsatz und Gewinn ziehen deutlich an
Im zweiten Quartal 2026 setzte Amneal 796,2 Millionen Dollar um, ein Plus von 10 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Der angepasste Gewinn je Aktie kletterte auf 0,30 Dollar und übertraf die Analystenschätzung um 7 Cent. Der GAAP-Nettogewinn stieg auf 58 Millionen Dollar — mehr als das Doppelte des Vorjahreswerts von 22 Millionen Dollar.
Treiber war vor allem das Specialty-Segment mit einem Umsatzplus von 17 Prozent, angeführt von den Markenprodukten CREXONT, dem BREKIYA-Autoinjektor und UNITHROID. Der Bereich Affordable Medicines legte um 13 Prozent zu, gestützt durch das komplexe Generika-Portfolio und neue Produktlaunches. Einzig die Distributionssparte AvKARE schwächelte mit einem Rückgang um 4 Prozent, bedingt durch margenschwaches Geschäft im Vertriebskanal.
Für das Gesamtjahr 2026 hebt Amneal die Umsatzspanne auf 3,10 bis 3,20 Milliarden Dollar an, nach zuvor 3,05 bis 3,15 Milliarden Dollar. Auch beim angepassten Gewinn je Aktie wandert das Zielband leicht nach oben, auf 0,96 bis 1,06 Dollar.
Günstigere Schulden, teurere Übernahme
Parallel zu den Zahlen meldet Amneal einen finanziellen Nebeneffekt mit spürbarer Wirkung: Der Konzern hat im Juli eine Repreisung seines Term Loan B über 2,084 Milliarden Dollar eingeleitet. Der Zinsaufschlag sinkt dabei von SOFR plus 300 auf SOFR plus 250 Basispunkte, der Abschluss wird bereits für den 3. August 2026 erwartet. Das spart nach Unternehmensangaben rund 12 Millionen Dollar an jährlichen Zinskosten.
Zusätzlich plant Amneal einen weiteren Term Loan B über 350 Millionen Dollar, um einen Teil des Kaufpreises für die geplante Übernahme von Kashiv Biosciences zu finanzieren. Die Transaktion soll Biosimilars als eigenständiges Wachstumssegment etablieren, ist aber noch nicht abgeschlossen. Als Fernziel nennt das Unternehmen eine Nettoverschuldung von unter dem 3,0-fachen EBITDA bis 2028.
Die Kombination aus überraschend starken Quartalszahlen, der zweiten Guidance-Anhebung binnen eines Jahres und günstigeren Finanzierungskonditionen dürfte erklären, warum der Markt am Morgen so deutlich reagierte. Die Aktie hat sich damit binnen zwölf Monaten mehr als verdoppelt.
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