Amrize Aktie: 9,6-Prozent-Abverkauf nach Ausblick
Veröffentlicht am: 08.08.2026 um 09:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Amrize verkauft mehr Baustoffe als je zuvor, aber am Ende bleibt weniger hängen. Der Konzern hob zwar seine Umsatzprognose an, kappte parallel dazu aber die Gewinnziele. Anleger reagierten am Freitag mit einem Abverkauf und schickten das Papier um knapp 9,6 Prozent ins Minus.
Rekordumsatz trifft auf Kostendruck
Im zweiten Quartal kletterte der Umsatz um 8,6 Prozent auf 3,49 Milliarden US-Dollar. Besonders Großprojekte in Nordamerika trieben das Geschäft an. Rechenzentren und moderne Energieinfrastruktur sorgten für volle Auftragsbücher.
Allerdings konnte die Profitabilität nicht mit diesem Tempo mithalten. Der Nettogewinn stieg zwar auf 476 Millionen US-Dollar. Dennoch verfehlte Amrize damit die Erwartungen des Marktes. Analysten hatten im Vorfeld mit einem deutlich höheren Ergebnis kalkuliert.
Hohe Ausgaben fressen Marge
Teures Öl und steigende Logistikpreise belasten das Ergebnis massiv. Vor allem die Sparte für Gebäudehüllen geriet unter Druck. Während der Umsatz dort wuchs, sank das operative Ergebnis um über fünf Prozent.
Der Konzern versuchte, die Belastungen durch höhere Preise für Zement abzufangen. Das gelang jedoch nur teilweise. In der Folge sank die bereinigte EBITDA-Marge des Gesamtkonzerns auf 28,0 Prozent.
Vorstand korrigiert Gewinnziele
Für Unruhe sorgte vor allem der neue Ausblick für 2026. Das Management erwartet nun einen Jahresumsatz von bis zu 12,7 Milliarden US-Dollar. Das ist mehr als ursprünglich geplant.
Beim Gewinn rudert Amrize dagegen zurück. Das Ziel für das bereinigte EBITDA sank auf eine Spanne von 3,1 bis 3,2 Milliarden US-Dollar. Der Konzern verkauft also mehr, verdient pro verdientem Dollar aber weniger.
Fokus auf Effizienz
Um den Trend zu stoppen, setzt Amrize nun auf das Sparprogramm „ASPIRE“. Strenge Kostenkontrolle soll die Margen in der zweiten Jahreshälfte stabilisieren. Die Analysten der Zürcher Kantonalbank bleiben trotz der aktuellen Zahlen langfristig optimistisch.
Die Aktie sackte zum Wochenschluss auf 40,38 Euro ab. Damit rückt das Jahrestief bei 37,63 Euro in den Fokus. Anleger warten nun auf den Herbst, um erste Fortschritte des Effizienzprogramms anhand konkreter Zahlen zu bewerten.
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