Amrize Aktie: EBITDA-Prognose auf 3,1 Milliarden gesenkt
Veröffentlicht am: 12.08.2026 um 20:19 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Aktie von Amrize setzt ihren jüngsten Abwärtstrend zur Mitte der Woche fort. Nachdem das Unternehmen am vergangenen Donnerstag seine Bilanz für das zweite Quartal und das erste Halbjahr 2026 vorgelegt hatte, belastet insbesondere die gesenkte Gewinnprognose für das Gesamtjahr die Stimmung der Anleger.
Während die Erlöse dank einer robusten Nachfrage aus dem Infrastruktursektor stiegen, zwingen steigende Kosten das Management zu einer vorsichtigeren Einschätzung beim Betriebsergebnis.
Umsatzplus trifft auf Margendruck
Im zweiten Quartal 2026 konnte Amrize den Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 8,6 Prozent auf 3.494 Millionen USD steigern. Auch der Nettogewinn legte deutlich um 14,4 Prozent auf 476 Millionen USD zu. Das bereinigte EBITDA stieg um 5,8 Prozent auf 986 Millionen USD.
CEO Jan Jenisch verwies in diesem Zusammenhang auf ein organisches Wachstum von 6,7 Prozent, das maßgeblich durch Aufträge aus den Bereichen Rechenzentren und Infrastruktur getragen wurde.
Trotz dieser positiven operativen Dynamik sah sich die Konzernführung gezwungen, die Ziele für das Gesamtjahr anzupassen. Zwar hob Amrize die Umsatzprognose auf eine Spanne von 12,5 bis 12,7 Milliarden USD an, senkte jedoch gleichzeitig die Erwartungen für das bereinigte EBITDA. Dieses soll nun zwischen 3,1 und 3,2 Milliarden USD liegen, nachdem zuvor eine Spanne von bis zu 3,34 Milliarden USD in Aussicht gestellt worden war. Als Hauptgrund für die Revision nannte das Unternehmen eine ölpreisbedingte Kosteninflation, welche die operativen Margen belastet.
Analysten reagieren mit Herabstufung
Die Reaktion am Kapitalmarkt fiel deutlich aus. Medienberichten zufolge verlor die Aktie unmittelbar nach der Bekanntgabe an der Schweizer Börse SIX fast acht Prozent an Wert. Am heutigen Mittwoch notiert das Papier bei 40,61 Euro und liegt damit nur noch 1,5 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief. Seit Beginn des Jahres hat der Titel insgesamt rund 13 Prozent an Wert eingebüßt.
Auch von Analystenseite kam zuletzt Gegenwind. Das Analysehaus RBC Capital stufte die Amrize-Aktie am Montag von "Sector Perform" auf "Underperform" herab. Das Kursziel wurde dabei deutlich von 60,00 USD auf 48,00 USD korrigiert. Die Analysten begründeten diesen Schritt mit den operativen Herausforderungen und dem Verfehlen der Konsensschätzungen bei den jüngsten Kennzahlen.
Fokus auf Effizienz und Dividende
Um dem Kostendruck entgegenzuwirken, setzt das Unternehmen verstärkt auf sein Effizienzprogramm „Aspire“. Bis zum Ende des Geschäftsjahres 2026 strebt Amrize hierbei Einsparungen in Höhe von 80 Millionen USD an. Parallel dazu hält der Konzern an seiner Ausschüttungspolitik fest.
Der Verwaltungsrat deklarierte am Sonntag eine Dividende von 0,11 USD pro Aktie für das zweite Quartal. Anleger, die von der Ausschüttung profitieren wollen, müssen den Ex-Tag am 18. August beachten. Die Auszahlung ist für den 26. August vorgesehen.
Amrize, das erst im Juli 2025 durch eine Abspaltung vom Schweizer Baustoffkonzern Holcim an die Börse ging, muss nun beweisen, dass die angekündigten Effizienzmaßnahmen ausreichen, um die steigenden Inputkosten mittelfristig zu kompensieren. Die anhaltende Schwäche im Aktienkurs spiegelt die aktuelle Skepsis der Investoren wider, ob das organische Wachstum die inflationsbedingten Belastungen vollends auffangen kann.
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