Apple Aktie: CXMT-Chips für iPhones geprüft
Veröffentlicht am: 09.08.2026 um 19:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Technologiekonzern Apple steht vor einer neuen Phase geopolitischer Herausforderungen. Wie Medienberichten am heutigen Sonntag zu entnehmen ist, prüft das Unternehmen den Einsatz von Speicherchips des chinesischen Herstellers CXMT für iPhones und MacBooks. Dieser Schritt soll dem anhaltenden Mangel an Komponenten entgegenwirken, der durch den Boom der Künstlichen Intelligenz (KI) verschärft wurde. Allerdings stößt dieses Vorhaben in den USA auf massiven politischen Widerstand. Eine überparteiliche Gruppe von US-Senatoren, angeführt von Chuck Schumer und Jim Banks, fordert von Apple eine Verpflichtung bis zum 21. August, auf Chips von CXMT sowie YMTC zu verzichten. Die Begründung liegt in der Einstufung beider Firmen durch das US-Verteidigungsministerium als chinesische Militärunternehmen.
Lieferengpässe dämpfen den Ausblick
Die Suche nach neuen Lieferanten erfolgt vor dem Hintergrund steigender Kosten und begrenzter Kapazitäten. In der Bilanzvorlage für das dritte Geschäftsquartal, die Apple Anfang August veröffentlichte, warnte CEO Tim Cook ausdrücklich vor weiter steigenden Speicherpreisen über den September hinaus. Trotz eines Umsatzplus von 16 Prozent auf 109,4 Milliarden US-Dollar und eines kräftigen Wachstums im iPhone-Segment um 22 Prozent enttäuschte der Ausblick die Märkte. Für das vierte Quartal stellt Apple ein Umsatzwachstum von 9 bis 11 Prozent in Aussicht, was unter der bisherigen Analystenerwartung von 12 Prozent liegt. Das Unternehmen führt dies primär auf Lieferbeschränkungen bei der Herstellung von Speichern und Prozessoren zurück.
Historischer Wechsel an der Konzernspitze
Flankiert werden die operativen Herausforderungen von einer Zäsur im Management. Apple gab am 1. August bekannt, dass der bisherige Hardware-Chef John Ternus zum 1. September die Rolle des CEO übernehmen wird. Tim Cook, der den Konzern seit 2011 leitete, wechselt in den Aufsichtsrat als Executive Chairman. Cook bezeichnete den Übergang als nahtlos. Anleger reagierten dennoch vorsichtig auf die Kombination aus Chefwechsel und den Kostenrisiken im Chip-Sektor. Das Papier beendete den Handel am Freitag bei 270,95 Euro, was einer minimalen Veränderung zum Vortag entspricht. Seit Jahresbeginn konnte die Aktie dennoch ein Plus von 16,64 Prozent verzeichnen, notiert jedoch mit einem Abstand von 10,22 Prozent weiterhin unter ihrem 52-Wochen-Hoch.
Analysten reagieren gespalten
Die Reaktionen aus dem Analyse-Lager fallen nach den jüngsten Daten gemischt aus. Die Investmentbank Goldman Sachs senkte am 4. August ihr Kursziel geringfügig von 370 auf 360 US-Dollar, bleibt aber langfristig optimistisch. Die Experten verwiesen auf das Potenzial durch Apple Intelligence und neue Hardware-Katalysatoren, rechnen kurzfristig jedoch mit einer volatilen Seitwärtsbewegung. Deutlich skeptischer äußert sich Helena Wang vom Analysehaus Phillip Securities. Sie stufte die Aktie am 3. August von Neutral auf Sell herab und setzte ein Kursziel von 290 US-Dollar. Als Gründe nannte sie die Inflation bei Speicherchips sowie das Fehlen eines klaren Auslösers für einen massiven KI-Upgrade-Zyklus.
Großinvestoren und Rückkäufe
Während Apple mit einem neuen Aktienrückkaufprogramm in Höhe von 100 Milliarden US-Dollar die Aktionärsstruktur stützt, zeigen aktuelle Daten von institutionellen Anlegern eine Reduzierung der Bestände. Berkshire Hathaway, die Beteiligungsgesellschaft von Warren Buffett, hält laut Pflichtmitteilungen von vergangenem Freitag noch rund 228 Millionen Apple-Aktien. Unter dem neuen CEO Greg Abel wurde die Position damit schrittweise verringert, nachdem sie Ende 2024 noch rund 300 Millionen Anteile umfasst hatte. Dennoch bleibt Apple mit einem Anteil von etwa 20 Prozent am gesamten Aktienportfolio von Berkshire Hathaway eine strategische Kernbeteiligung. Parallel dazu wurden im Management zuletzt verstärkt eigene Aktien veräußert; Insider-Verkäufe summierten sich in den vergangenen 30 Tagen laut Medienberichten auf ein Volumen von rund 72 Millionen US-Dollar.
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