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Applied Materials Aktie: Indien-Ausbau nimmt Gestalt an

Veröffentlicht am: 19.09.2026 um 07:28 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Applied Materials will Indiens ZulieferkapazitĂ€ten bis 2035 verzehnfachen und investiert dafĂŒr fĂŒnf Milliarden US-Dollar in den Ausbau.

Ingenieure in Bunny-Suits an Wafer-Processing-Anlage in Reinraum-Fabrik
Applied Materials Inc. (US0382221051) zeigt Reinraum-Ingenieure an einer Wafer-Processing-Kammer in moderner Halbleiterfabrik Illustration mit AI erstellt.

Applied Materials treibt die weltweite Diversifizierung seiner Fertigungs- und EntwicklungskapazitĂ€ten voran. Im Rahmen der Branchenkonferenz SEMICON India stellte der AusrĂŒster Details seiner langfristigen Strategie vor, den Subkontinent als internationales Drehkreuz fĂŒr Halbleiteranlagen zu etablieren. Am Markt stießen die PlĂ€ne auf positive Resonanz: Die Aktie legte am Freitag um 6,6 Prozent auf einen Schlusskurs von 387,50 Euro zu.

Zehnfache KapazitĂ€t fĂŒr das Zulieferernetzwerk

Kern des Vorhabens unter dem Namen „India Vision 2035“ ist ein Investitionsvolumen von fĂŒnf Milliarden US-Dollar ĂŒber einen Zeitraum von zehn Jahren. Das Management strebt an, die KapazitĂ€ten der lokalen Zulieferkette bis zum Jahr 2035 zu verzehnfachen. KĂŒnftig sollen vor Ort gefertigte Komponenten und Anlagen direkt an Chipfabriken weltweit geliefert werden.

Die Initiative fĂ€llt in eine Phase, in der Chiphersteller und AusrĂŒster ihre Liefernetzwerke breiter aufstellen, um geopolitischen Risiken entgegenzuwirken. Vor Beginn der Konferenz in Neu-Delhi berieten fĂŒhrende Branchenmanager bei einem Treffen mit Premierminister Narendra Modi ĂŒber verlĂ€ssliche Rahmenbedingungen sowie den Ausbau von FachkrĂ€ften in den Bereichen Halbleiterdesign und kĂŒnstliche Intelligenz.

Neuer Forschungspark und Ausbau der Belegschaft

Ein zentraler Baustein des Ausbaus ist die Errichtung eines neuen Halbleiter-Zentrums. Auf einer FlĂ€che von 140 Acres soll nahe dem Flughafen von Bengaluru ein moderner Forschungscampus entstehen, dessen Baustart in zwei bis drei Jahren vorgesehen ist. Das Areal wird fĂŒr Arbeiten an fortschrittlichen 300-Millimeter-Wafern ausgelegt.

In der Region betreibt Applied Materials bereits ein Validierungszentrum, das den einzigen 300-Millimeter-Reinraum des Landes umfasst. Gleichzeitig soll der Personalbestand in Forschung und Entwicklung mehr als verdoppelt werden. Aktuell beschĂ€ftigt der Konzern ĂŒber 7.000 Mitarbeiter in Indien. Neben Bengaluru sind weitere Standorte in Chennai und Mumbai sowie ein Kundensupport-Zentrum im Bundesstaat Gujarat im GesprĂ€ch.

Regulatorische Einigung und Analysteneinstufung

Parallel zu den ExpansionsplĂ€nen konnte Applied Materials eine regulatorische Unsicherheit ausrĂ€umen. Eine Exportuntersuchung im Zusammenhang mit Lieferungen im Wert von 252 Millionen US-Dollar wurde beigelegt. Auf Analystenseite passte das Analysehaus Mizuho seine Erwartungen an: Das Kursziel wurde auf 590 US-Dollar gesenkt, wĂ€hrend die Einstufung auf „Outperform“ belassen wurde.

Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie einen Kursgewinn von 73 Prozent. Mit dem Vorstoß in SĂŒdasien sichert sich Applied Materials frĂŒhzeitig Ressourcen und Zulieferstrukturen in einem Wachstumsmarkt, der mittelfristig zu einem Pfeiler der globalen Halbleiterarchitektur aufsteigen soll.

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