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Applovin Aktie: Cramer warnt vor Alphabet

Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 02:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Analysten rechnen mit weiterem Gewinnwachstum, während Cramer warnt und eine Sammelklage Vorwürfe zum KI-Geschäft erhebt.
Abstrakte Darstellung von digitalen Datenströmen und vernetzten Finanzmärkten in einem professionellen Umfeld Illustration mit AI erstellt.

Jim Cramer hat AppLovin gestern eine Absage erteilt: Das Unternehmen sei „im Visier von Alphabet“, sagte er laut Benzinga. Seine Warnung steht im Kontrast zu weiterhin hohen Gewinnerwartungen der Analysten. Für Anleger geht es damit um die Belastbarkeit des Wachstumskurses – nicht allein um gesenkte Kursziele.

Unterschiedliche Bewertungen der Aussichten

Cramer begründete seine ablehnende Haltung mit Alphabet. Eine konkrete wirtschaftliche Folge für AppLovin bezifferte er dabei nicht. Seine Aussage ist deshalb als skeptische Einschätzung einzuordnen, nicht als Nachweis bereits eingetretener Geschäftseinbußen.

Citi-Analyst Jason Bazinet hielt gestern dagegen an seiner Kaufempfehlung fest. Als Grund nennt die Meldung aktualisierte Erwartungen zur künftigen Unternehmensentwicklung.

Die Unterscheidung ist wichtig: Ein niedrigeres Kursziel bedeutet hier keine Abkehr von der positiven Anlageempfehlung. Citi traut AppLovin weiterhin eine günstige Entwicklung zu, setzt den erwarteten Aktienwert aber niedriger an.

Eine nähere Begründung für diesen Schritt wurde nicht genannt. Ohne dass sich daraus eine einheitliche Bewertung der Risiken ableiten lässt.

Hohe Erwartungen vor den Quartalszahlen

Der nächste konkrete Prüfstein ist der Geschäftsbericht. AppLovin soll die Ergebnisse für das dritte Quartal 2026 am 4. November nach Börsenschluss veröffentlichen. Der Termin rückt damit die operative Entwicklung hinter den unterschiedlichen Börseneinschätzungen in den Mittelpunkt.

Analysten erwarten einen verwässerten Gewinn je Aktie von 3,94 US-Dollar. Das entspräche einem Zuwachs von 60,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Es handelt sich um Prognosen, nicht um bereits gemeldete Ergebnisse.

Die erwartete Gewinnsteigerung erklärt, warum eine grundsätzlich positive Einschätzung und vorsichtigere Kursziele nebeneinanderstehen können. Entscheidend wird sein, wie die tatsächlichen Ergebnisse zu diesen Erwartungen passen.

Für das Gesamtjahr 2026 rechnen Analysten mit einem Gewinn je Aktie von 15,67 US-Dollar. Für 2027 liegt die Erwartung bei 19,90 US-Dollar. Der Konsens setzt damit auch über den unmittelbar bevorstehenden Bericht hinaus auf weiteres Gewinnwachstum.

KI-Aussagen bleiben ein Risikofaktor

Zusätzliche Unsicherheit entsteht durch die Wertpapier-Sammelklage gegen AppLovin. Bleichmar Fonti & Auld berichtete gestern über Vorwürfe irreführender Aussagen zur Stärke und Tragfähigkeit des KI-Geschäfts. Diese Vorwürfe sind keine festgestellten Tatsachen.

Die Klage betrifft unter anderem behauptete Verzögerungen beim generativen KI-Videowerkzeug und übertriebene Angaben zu Modellverbesserungen. Für den Antrag auf die Rolle als Hauptkläger gilt die Frist am 16. November.

Damit stehen den hohen Gewinnerwartungen sowohl skeptische Marktstimmen als auch rechtliche Vorwürfe gegenüber. Der Quartalsbericht wird zum nächsten operativen Maßstab dafür, wie belastbar die Wachstumserwartungen an AppLovin sind.

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